Turner will NTW "nicht in Opposition zur Regierung" betreiben
Putin will Fernsehsender-Streit vom Obersten Gericht regeln lassen

Der Streit um die Übernahme des unabhängigen russischen Fernsehsenders NTW soll nach dem Willen von Präsident Wladimir Putin vom Obersten Gericht des Landes geregelt werden.

afp MOSKAU. Das sagte der ehemalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow am Montag nach einer Unterredung mit Putin im Kreml, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete. "Das Funktionieren der demokratischen Institutionen des Landes" und "besonders der Pressefreiheit" seien für den Präsidenten sehr wichtig, habe dieser ihm gesagt.

Der US-Medienunternehmer Ted Turner, der über den Kauf von 30 Prozent der NTW-Anteile verhandelt, will nach russischen Presseberichten auf die Oppositionsrolle des Senders verzichten. "NTW wird nicht in Opposition zur Regierung, zu einer politischen Partei oder Gruppe stehen" und werde sich "der Kommentierung von Ereignissen enthalten", erklärte Turner in einem Zehn-Punkte-Plan, der am Montag auf der Internet-Seite des Rundfunksenders "Moskauer Echo" veröffentlicht wurde.

Die Beschäftigten des regierungskritischen Fernsehsenders NTW protestieren seit Tagen gegen die Übernahme durch den staatlich kontrollierten Energiekonzern Gasprom. Das Thema sollte auch beim Besuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) eine Rolle spielen, der am Montagmittag zu zweitägigen deutsch-russischen Konsultationen in Sankt Petersburg eintraf.

Eigenen Angaben zufolge wollte Schröder die Gelegenheit nutzen, sich für mehr Medienfreiheit in Russland einzusetzen.

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