Turnier-Sieg in Lyon
Schüttler siegt zum zweiten Mal in Folge

Eine Woche nach seinem Triumph in Tokio hat Rainer Schüttler, Deutschlands derzeit bester Tennis-Profi, in Lyon seinen zweiten Turniersieg auf zwei Kontinenten binnen acht Tagen gefeiert. Der Australian-Open-Finalist gewann am Sonntag im Finale 7:5, 6:3 gegen Lokalmatador Arnaud Clément und holte damit den vierten Titel seiner Karriere.

HB LYON/BERLIN. Becker hatte vor genau 17 Jahren das Kunststück fertig gebracht, binnen drei Wochen Turniererfolge in Sydney, Tokio und Paris zu feiern. Als letzter Deutscher hatte Thomas Haas zwei Turniere hintereinander gewonnen. Dem immer noch verletzten Haas war dies vor zwei Jahren mit den Erfolgen in Wien und Stuttgart geglückt.

"So lange ich gewinne, vergesse ich einfach, dass ich müde bin und gebe weiter alles", sagte Schüttler, der sich keine Pause gönnt und in der neuen Woche schon wieder beim Masters-Turnier in Madrid gefordert ist. Nach der geschafften Qualifikation für den Masters Cup der besten acht Tennis-Profis Ende November in Houston ist jedoch der größte Druck vom Hessen abgefallen: "Es ist ein gutes Gefühl, dass ich kein Spiel mehr gewinnen muss und trotzdem dabei bin."

In Lyon bot der 27-Jährige am Sonntag erneut eine starke Leistung, obwohl er im ersten Satz eine 5:2-Führung verspielte. Beim Stand von 6:5 holte sich Schüttler dann aber per Lob einen Satzball und profitierte danach von einem Vorhandfehler von Clément. Im zweiten Satz setzte der Korbacher einen wunderbaren Stopp zum 2:0 und ließ nach phasenweise fantastischem Tennis gleich noch das entscheidende Break zum 4:0 folgen. Auch das Rebreak brachte Schüttler nicht mehr vom Siegkurs ab. Nach 1:50 Stunden verwandelte die deutsche Nummer 1 mit einem Passierschlag den zweiten Matchball in seinem elften ATP - Finale und gewann seine zehnte Partie hintereinander. Clément hatte in der Vorwoche das Turnier in Metz für sich entschieden.

Am Samstag im Halbfinale musste Schüttler wesentlich härter kämpfen und holte beim 6:3, 3:6, 7:5-Sieg über seinen russischen Doppelpartner Michail Juschni im dritten Satz einen 0:3-Rückstand noch auf. Im zweiten Durchgang hatte sich Schüttler am Knöchel behandeln lassen, nachdem er umgeknickt war, machte aber weiter und feierte den 200. Einzelsieg seiner Profi-Laufbahn.

Mit seinem erneuten Erfolg hat Schüttler als Sechster im Champions Race weiter Boden auf den vor ihm platzierten Argentinier Guillermo Coria gutgemacht, der in Madrid verletzt fehlt. Der heute 27-Jährige hat seine Ranglistenposition seit neun Jahren kontinuierlich verbessert. "Die Top 20 waren vor diesem Jahr mein Ziel, nach Australien waren es die Top 10. Jetzt sind es die Top 5, danach dann die Top 3. Aber eins nach dem anderen", erklärte Schüttler lachend.

Wimbledon-Sieger Roger Federer verteidigte erstmals in seiner Karriere einen Titel. Der Schweizer gewann am Sonntag wie im Vorjahr das Turnier in Wien durch einen 6:3, 6:3, 6:3-Erfolg über den Spanier Carlos Moya. Für Federer war es bereits der sechste Erfolg in diesem Jahr und der zehnte seiner Karriere. Der 22-Jährige kassierte dafür ein Preisgeld von 128 000 ?. Moya verpasste nicht nur seinen ersten Triumph bei einem Hallenturnier, sondern auch die Chance, als Siebtplatzierter im Champions Race der Masters-Cup-Teilnahme weiter näherzukommen.

dpa se yybb be

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