TV-Duell der Kandidaten
Schröder und Stoiber gehen in die erste Runde

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und sein Unions-Herausforderer Edmund Stoiber (CSU) treffen heute bei ihrem ersten von zwei Fernseh-Duellen aufeinander.

Reuters BERLIN. Unmittelbar vor der TV-Debatte auf RTL und Sat.1 bemühten sich beide Spitzenkandidaten, den Stellenwert des Medienereignisses zu relativieren. Schröder sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", das TV-Duell werde nicht die Bedeutung wie in den USA erhalten. Niemand könne ernsthaft von der Schlagfertigkeit im 90-Sekunden-Takt auf die Regierungsfähigkeit der Beteiligten schließen. Stoiber sagte der "Welt am Sonntag", die Bedeutung für den Wahlausgang könne niemand wirklich beurteilen. Das Ereignis werde womöglich überschätzt, weil in Deutschland Parteien und nicht Personen gewählt würden. "Aber seine Bedeutung hat dieser Schlagabtausch sicherlich."

In den jüngsten Umfragen hat die SPD bei allen Instituten deutlich zugelegt und auch Schröder hat seinen Vorsprung gegenüber Stoiber in der Wählerpräferenz weiter ausgebaut. Wahlforscher führen das auf das Krisenmanagement Schröders in der Hochwasserkatastrophe zurück. Allerdings führen Union und ihr potenzieller Koalitionspartner FDP weiterhin deutlich vor SPD und Grünen. Nach Ansicht von Meinungsforschern könnten sich durch die TV-Duelle angesichts der hohen Zahl der noch unentschlossenen Wähler durchaus Verschiebungen in den Umfragewerten ergeben. Der Bochumer Politikwissenschaftler Uwe Andersen sagte Reuters, den positiven Trend könne die SPD nun am ehesten mit den Fernsehduellen verstetigen.

Schröder und Stoiber werden während der Sendung stehen und jeweils 90 Sekunden zur Beantwortung der Fragen der Moderatoren Peter Kloeppel und Peter Limbourg Zeit haben. Im Studio werden keine Zuschauer sein. Etwa 300 Journalisten und geladene Gäste werden die Sendung in einer benachbarten Halle verfolgen. Das zweite TV-Duell strahlen ARD und ZDF in zwei Wochen aus.

Fehlen wird der dritte Kanzlerkandidat, FDP-Chef Guido Westerwelle. Der hat bislang vergeblich versucht, sich in die TV-Duelle einzuklagen. Am Freitag unternahm er mit einer Verfassungsbeschwerde und einem Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht den letzten Versuch, zumindest bei der Sendung am 8. September noch dabei zu sein.

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