TV-Duell Schröder-Stoiber
Umfragen sehen Kanzler als Sieger

Zwei Wochen vor der Bundestagswahl ist Kanzler Gerhard Schröder (SPD) nach Blitzumfragen klarer Sieger im zweiten TV-Duell mit seinem Herausforderer Edmund Stoiber (CSU). Beide lieferten sich am Sonntagabend in der Arbeitsmarkt-, Irak- und Bildungspolitik einen Schlagabtausch mit harten Bandagen.

HB BERLIN. Führende Vertreter von SPD und Union reklamierten anschließend einen klaren Sieg für ihren jeweiligen Kandidaten. Das Abschneiden dürfte am Montag auch Thema in den Gremiensitzungen der Parteien sein.

Angesichts eines Kopf-an-Kopf-Rennens von SPD und Union in den Umfragen wirkten der Kanzler und sein Kontrahent in ARD und ZDF zwar teilweise nervös, aber auch angriffslustiger und kämpferischer als beim ersten Duell vor zwei Wochen.

Nach Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen und von Infratest dimap hat Schröder das Duell klar gewonnen. Vor zwei Wochen hatten die Institute noch ermittelt, dass Schröder und Stoiber etwa gleich gut waren. In der Frage, wen die Wähler lieber als Kanzler hätten, hatte allerdings auch die zweite Auseinandersetzung laut Forschungsgruppe kaum Auswirkungen. Hier liegt Schröder weiterhin weit vor Stoiber.

Nach der Forschungsgruppe-Umfrage unter 1036 Zuschauern meinten 49 %, Schröder habe sich besser geschlagen. 26 % sahen Stoiber als Gewinner, 24 % konnten keinen Unterschied erkennen. Bei Infratest-dimap ergab sich ein ähnliches Bild. Nach dem Duell sagten 50 % der befragten 750 Personen, der Kanzler sei kompetenter als sein Herausforderer. Nach dem ersten Streitgespräch waren es 42 %. Stoiber kommt nach dem zweiten direkten Aufeinandertreffen auf 29 %.

Bayerns Ministerpräsident warf dem Kanzler in dem Duell vor, er beschädige im Streit um einen US-Angriff auf den Irak die deutsch- amerikanische Freundschaft. Schröder widersprach und betonte, unter seiner Führung werde es keine Beteiligung deutscher Soldaten an einem Angriff geben. Stoiber forderte eine Abstimmung auf EU-Ebene. Das "absolute Entscheidungsmonopol" liege bei den Vereinten Nationen.

Stoiber warf Schröder erneut vor, sein Versprechen zur Senkung der Arbeitslosenzahl gebrochen zu haben. Der Kanzler konterte: "Es gibt keinen Grund, sich Vorwürfe zu machen." Die hohe Arbeitslosenzahl hänge mit der Weltkonjunktur zusammen. Stoiber meinte dagegen, die Arbeitslosigkeit sei hausgemacht.

Der Kanzler plädierte für eine Fortsetzung der Koalition mit den Grünen. Einer Zusammenarbeit mit der PDS erteilte er erneut eine Absage. Stoiber schloss ein Bündnis mit der SPD aus: "Ich will keine große Koalition, weil sie die Lösung nicht bringt, die wir brauchen."

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