TV-Eklat in Deutschland: Schirme blieben schwarz
Sensation: Senegal schlägt Frankreich

Mit einer sensationellen Niederlage von Titelverteidiger Frankreich gegen Neuling Senegal ist am Freitag in Seoul die 17. Fußball-Weltmeisterschaft spektakulär gestartet. Die hoch favorisierten Europäer unterlagen den Afrikanern vor 63 000 Zuschauern in Seoul und einem Fernsehpublikum in aller Welt von 500 Millionen mit 0:1 (0:1). Das entscheidende Tor des ersten von 64 WM- Spielen erzielte der 24-jährige Pape Bouba Diop in der 30. Minute. Die Fußball-WM hat damit ihre erste faustdicke Überraschung.

dpa/rtr/HB/sid SEOUL. Die Franzosen kamen zwar immer wieder zu Torgelegenheiten und entwickelten besonders in der Schlussphase des Spiels mehr Druck. Der Ausgleich gelang ihnen jedoch nicht. Vor Frankreich hatte lediglich Argentinien als Titelträger sowohl 1982 in Spanien gegen Belgien als auch 1990 in Italien gegen Kamerun das Eröffnungsspiel jeweils mit 0:1 verloren. Frankreich gilt neben Argentinien als Topfavorit auf den Sieg bei der WM in Asien.

Zuvor war die Weltmeisterschaft als größtes Sportereignis Asiens nach den Olympischen Spielen 1988 in Seoul mit einer halbstündigen Feier eröffnet worden. Südkoreas Staatspräsident Kim Dae Jung sprach von einer "neuen Ära der Beziehungen" zwischen den einst verfeindeten Südkorea und Japan. Zum ersten Mal in der 72-jährigen WM-Geschichte richten bis zum Endspiel am 30. Juni zwei Länder gemeinsam das Weltcup-Turnier aus. Zum ersten Mal auch findet die WM-Endrunde in Asien statt.

Co-Ausrichter Japan war in Seoul durch Premierminister Junichiro Koizumi und Prinz Takamado vertreten. Kaiser Akihito hatte eine Einladung aus Südkorea abgelehnt. Nordkorea, dem der Weltverband FIFA die Ausrichtung einiger WM-Spiele angeboten hatte, war bei der Eröffnung unter den rund 1000 Ehrengästen aus aller Welt nicht vertreten.

In Deutschland begann die WM mit einem Fernseh-Eklat. Rund drei Million Haushalte konnten am Freitag nicht die Live-Übertragung des Eröffnungsspiels sehen. Für die Zuschauer mit digitalen Satelliten- Empfangsgeräten blieb die Mattscheibe schwarz. Die bis wenige Stunden vor WM-Beginn andauernden Verhandlungen zwischen ARD/ZDF und der KirchMedia als Rechteinhaber waren gescheitert. Die Vertragspartner konnten sich nicht auf mögliche Schadensersatzforderungen einigen. Noch am Dienstag hatte die ARD von einer Lösung im Digital-Streit berichtet.

Am Samstag wird die deutsche Nationalmannschaft in die WM starten. Der dreimalige Weltmeister trifft in der Vorrunden-Gruppe E in Sapporo auf Saudi-Arabien. Die Mannschaft von Teamchef Rudi Völler war am Freitag von ihrem Trainingsquartier im südlichen Miyazaki ins nördliche Sapporo geflogen. Außerdem treffen am zweiten WM-Tag Uruguay und Dänemark im koreanischen Ulsan und Irland und Kamerun im japanischen Niigata aufeinander. Kamerun und Irland sind die weiteren Vorrunden-Gegner des deutschen Teams.

Der WM-Auftakt in Japan wird von einem Ticket-Chaos bedroht. Wie die FIFA am Freitag einräumte, sind auch 24 Stunden vor den ersten Spielen im Mit-Ausrichterland zwischen 50 000 und 100 000 bezahlte Eintrittskarten noch nicht ausgeliefert worden. In einer Sondersitzung hatte das FIFA-Exekutivkomitee am Freitag auf Betreiben von Präsident Joseph Blatter die Mitarbeit von Generalsekretär Michel Zen-Ruffinen zum 4. Juli für beendet erklärt. Zen-Ruffinen hatte den am Mittwoch wiedergewählten Blatter der Korruption bezichtigt.

Mannschaften und Statistik zum WM-Eröffnungsspiel in Seoul

Frankreich: Barthez - Thuram, Leboeuf, Desailly, Lizarazu - Vieira, Petit - Wiltord (81. Djibril Cisse), Djorkaeff (60. Dugarry), Henry - Trezeguet

Senegal: Sylva - Coly, Diatta, Malick Diop, Daf - Aliou Cisse - Moussa N'Diaye, Bouba Diop, Diao, Fadiga - Diouf

Schiedsrichter: Bujsaim (Vereinigte Arabische Emirate)

Zuschauer: 63 000

Tor: 0:1 Bouba Diop (30.)

Gelbe Karten: Petit / Aliou Cisse

Beste Spieler: Henry, Trezeguet / Sylva, Fadiga, Diouf

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