TV-Geschäft im Visier
WAZ-Gruppe verhandelt über Kirch-Kerngeschäft

Die WAZ-Gruppe hat am Montag Verhandlungen um das Kirch-Kerngeschäft Kirch Media bestätigt.

dpa/HB ESSEN/MÜNCHEN. "Es ist richtig, dass es Verhandlungen gibt", sagte Gerhard Schute. Es gebe hausintern aber noch keinen Beschluss. "Die Zahlen sind geprüft, um die Chancen und Risiken bewerten zu können." Das Handelsblatt hatte berichtet, ein Konsortium aus dem Essener Medienkonzern WAZ, dem US-Filmproduzenten Columbia Tristar, einer Tochtergesellschaft des japanischen Sony-Konzerns, und der Commerzbank wolle etwa 2 Mrd. Euro für die Film- und Sportrechte sowie für die Mehrheit an der Pro Sieben Sat 1 Media AG bieten.

Wie es hieß, würden die Weichen für die Zukunft von Kirch Media in den kommenden Tagen gestellt. Große Zwischen dem Konsortium und Kirch Media bestehen durch die Commerzbank und Columbia bereits enge Bindungen. Denn im Gläubiger-Ausschuss des Unternehmens, das Anfang April ein vorläufiges Insolvenzverfahren beantragte, sitzen Commerzbank-Vorstand Wolfgang Hartmann sowie ein Columbia-Vertreter.

WAZ schielt auf das TV-Geschäft

Die Commerzbank ist eine der Hauptgläubiger von Kirch Media, mit Columbia hatte Kirch bereits intensive Geschäftsbeziehungen. Die WAZ gilt schon länger als stark interessiert an einem Einstieg vor allem ins TV-Geschäft.

Ein Preis von 2 Mrd. Euro entspräche in etwa der Verschuldung von Kirch Media.1,4 Mrd. Euro würden demnach an die Gläubigerbanken fließen, 0,5 Mrd. Euro an mehrere Hollywoodstudios, denen Kirch ebenfalls Geld schuldet, die restlichen 100 Mill. Euro gingen an sonstige Kreditgeber. Knackpunkt bei der Festsetzung des Übernahmepreises ist laut Handelsblatt die Frage, wie viel die Filmbibliothek von Kirch Media wirklich wert ist. Der Filmrechtehandel ist die Kernzelle des Medienimperiums, das Leo Kirch geschaffen hat.

Weiter Unklarheit über Paket an Springer

Zum weiteren Interesse an Kirchs 40-Prozent-Paket an Springer gab es zunächst keine neuen Angaben. Im April hatte WAZ-Geschäftsführer Lutz Glandt erklärt, die WAZ-Gruppe sei an dem Paket zunächst nicht interessiert. Der Konzern habe gegebenenfalls an einer Springer-Mehrheit Interesse.

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