TV-Streit beigelegt
Hintergrund: ARD und ZDF zeigen Entscheidung live

Die Fernsehzuschauer haben ebenfalls die Qual der Wahl. Doch können sie nur aus zwei statt fünf Kandidaten auswählen. ARD und ZDF gehen am 12. April um 13.40 Uhr parallel und live auf Sendung, wenn in München die Entscheidung über den deutschen Bewerber für die Olympischen Spiele 2012 fällt.

dpa HANNOVER. Mehr als drei Stunden berichten die beiden öffentlich-rechtlichen Sender aus dem Hilton- Hotel und aus den Bewerberstädten. Während die 137 Mitglieder des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) mit Hilfe des elektronischen Abstimmungsverfahrens "Digi-Vote" ihre Wahl treffen, entscheiden Millionen von Fernsehzuschauern mit der Fernbedienung über ihren Favoriten.

Im Vorfeld haben beide Sender heftig um die TV-Übertragung gerungen. Doch im Unterschied zu den Bewerberstädten gab es bei den Fernsehrechten zwei Sieger. "Wir hatten ein paar Abstimmungsprobleme", umschreibt Dieter Gruschwitz vom ZDF das Duell um die Live-Übertragung. Beide Sender hätten gerne exklusiv berichtet, und die ARD bekam vom NOK den Zuschlag. Doch nach Intervention auf höchster Ebene darf nun auch das ZDF live dabei sein. Andere Sender haben nach Angaben der ARD bisher kein Interesse an einer Live-Übertragung angemeldet, gegen eine Sendegebühr können aber bewegte Bilder gekauft werden.

In der vergangenen Woche trafen sich noch einmal die Vertreter von ARD und ZDF, die sonst bei Olympischen Spielen ein eingespieltes und bei den Zuschauern beliebtes Paar sind und sich die Übertragungen aufteilen. "Es ist alles ausgeräumt", versichert Hagen Boßdorf, Sportkoordinator der ARD. "Beide verstehen sich als Olympia-Sender und messen dem Ereignis große Bedeutung bei", rechtfertigt Gruschwitz die doppelte Berichterstattung.

Beide Sender bieten den Fernsehzuschauern ähnliche Konzepte. Bunte Vorberichte, Schaltungen zu den Korrespondenten in die fünf Städten und Interviews mit Prominenten und Sportlern vor Ort sollen den mehr als dreistündigen Übertragungs-Marathon auflockern. Die ARD schickt Gerd Rubenbauer als Frontmann ins Rennen, beim ZDF moderiert Wolf- Dieter Poschmann die Sendung.

Auf die bei anderen Sportsendungen fast unvermeidlichen Co- Kommentatoren und Experten verzichten ARD und ZDF. "Es sind viele interessante Gesprächspartner vor Ort, Olympiasieger und politische Prominenz", sagt Boßdorf. Der ARD-Sportkoordinator erwartet eine gute Quote: "Das Interesse an der Entscheidung und die Begeisterung für Olympia sind groß. Die fünf Städte sind über das ganze Land verteilt." Während die Bewerber kurz vor 17.00 Uhr wissen, wer gewonnen hat, müssen ARD und ZDF bis zum Sonntag warten - erst am nächsten Morgen steht der Quotensieger fest.

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