TV-Werbung für Buch der US-Stiftung sind religiöse Werbung: Keine Spots mehr für "Kraft zum Leben"

TV-Werbung für Buch der US-Stiftung sind religiöse Werbung
Keine Spots mehr für "Kraft zum Leben"

Die umstrittene Broschüre "Kraft zum Leben" darf nicht mehr im Fernsehen beworben werden.

dpa KASSEL/MAINZ. Bei den Spots für das Buch der amerikanischen Arthur S. De Moss-Stiftung handele es sich um religiöse und weltanschauliche Werbung, die in Deutschland verboten sei, teilte die Gemeinsame Stelle Werbung der Landesmedienanstalten am Dienstag in Kassel mit. Eine weitere Ausstrahlung der mit Prominenten wie dem Fußballer Paulo Sergio, dem Golfer Bernhard Langer und dem Sänger Cliff Richard besetzten Spots solle unterbunden werden. Die Landesmedienanstalten sind für die Beaufsichtigung der Privatsender zuständig.

Der Sektenbeauftragte der evangelischen Kirche von Berlin- Brandenburg, Thomas Gandow, sagte, die für das Buch verantwortliche Stiftung habe "engste Kontakte zu Jerry Falwell, einem der prominenten Sprecher der amerikanischen evangelikalen Rechten". Falwell seinerseits habe intensive Arbeitskontakte mit der Munbewegung "nicht gescheut", erklärte der Sektenexperte am Montagabend in der Sendung "Report" (Mainz) des Südwestrundfunks (SWR). "Ich halte es für sehr bedenklich, wenn eine Organisation, die sich selbst als christlich bezeichnet, keine Berührungsängste gegenüber einem Weltkriegsmessias wie Mun hat", sagte Gandow.

Die Arthur S. De Moss-Stiftung wird laut SWR auch in Amerika scharf kritisiert. Im "Report"-Interview bezeichnete Rob Boston von der Bürgerrechtsorganisation "Americans United for Separation of Church and State" die De Moss-Stiftung als "intolerant, dogmatisch und fundamentalistisch". Es sei bekannt, dass sie extrem rechte Gruppen unterstütze, "die ganz offensichtlich die Rechte der Frauen in der Gesellschaft beschneiden und Homosexualität als Verbrechen brandmarken wollen, das sogar die Todesstrafe nach sich ziehen kann".

Nach einem Bericht der "Lübecker Nachrichten" hatte De Moss seine Stiftung mit Sitz in Florida 1955 im Alter von 31 Jahren gegründet. Er habe sein Vermögen als Buchmacher für Pferdewetten und mit dem Verkauf von Versicherungen gemacht. Bei seinem Tod 1979 habe er seiner Frau ein Vermögen von über 300 Mill. $ hinterlassen. Die Stiftung unterstützt laut "Lübecker Nachrichten" Abtreibungsgegner, engagiert sich gegen Homosexuelle und lehnt die Darwinsche Evolutionstheorie entschieden ab.

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