Tyco ist unter Beschuss geraten: New York startet im roten Bereich

Tyco ist unter Beschuss geraten
New York startet im roten Bereich

Der New Yorker Aktienmarkt hat am Montag schwächer eröffnet. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte fiel in der ersten Stunde des Handels um 62,20 Punkte auf 9 845,06.

NEW YORK. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab um 17,00 Punkte auf 1 894,24 nach.

Die Wall Street ist immer noch sehr mit den Buchhaltungsskandalen beschäftigt. Jetzt ist der Mischkonzern Tyco unter Beschuss geraten. Die Aktie gehört am Morgen zu den am meisten gehandelten. Gegen den Trend stemmt sich Hewlett Packard. Der Hardware-Produzent wird wohl mit seinen Zahlen zum ersten Quartal die Erwartungen der Analysten schlagen. Gute Nachrichten auch aus dem Einzelhandel: Der zweitgrößte Baumarkt Lowe?s liegt ebenfalls bei Gewinn und Umsatz im vierten Quartal über den Prognosen. Das soll laut Marktbeobachtern am schönen Wetter liegen. Eine halbe Stunde nach Eröffnung ist der Dow Jones Index rund 60 Punkte im Minus, die Nasdaq mit einem Prozent im roten Bereich.

Für trübe Stimmung sorgt dagegen die Kette der Skandale, die wohl auch diese Woche die Marktteilnehmer in Atem halten wird. Enrons Ex-Chairman und Vorstandsvorsitzender Kenneth Lay hat sein Erscheinen vor dem Untersuchungsausschuss in Washington heute auf Anraten seiner Anwälte abgesagt. Er sollte den Reigen der mit höchster Spannung erwarteten Anhörungen eröffnen.

Laut dem Wall Street Journal hat der Mischkonzern Tyco in den letzten drei Jahren 8 Mrd. $ für Übernahmen ausgegeben. Diese Tatsache alleine dürfte Investoren nicht in Rage versetzen. Offenbar haben Anleger von diesen Investitionen allerdings nichts gewusst. Das heißt nicht, dass Tyco gegen Buchhaltungsvorschriften verstoßen hat. Aber nachdem der Konzern in der vergangenen Woche bereits wegen eventueller Ungereimtheiten in der Buchhaltung ins Visier der Wall Street geraten ist, dürfte Tyco zum Wochenauftakt erneut unter Beschuss geraten.

Bill Gates, der Firmengründer des Softwareriesen Microsoft, rechnet in diesem Jahr nicht mit einer deutlichen Besserung der Konjunktur. Auch die Lage der Technologieunternehmen dürfte laut Gates weiterhin angespannt bleiben. Der milliardenschwere Chairman von Microsoft äußerte diese Bedenken gegenüber Journalisten in New York.

Positive Signale könnten am Montag aus dem Chipsektor kommen. Gleich mehrere Investmentbanken rechnen mit verbesserten Absatzzahlen. Vor allem Mircon Technology könnte freundlich in den Handel starten. Das Unternehmen hatte am Freitag ein Analystentreffen abgehalten. Sowohl die UBS Warburg als auch Merrill Lynch heben die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr an. Die Credit Suisse First Boston stuft den gesamten Chipsektor von "underweight" auf "market-Weigh" herauf. Laut Charlie Glavin von der CSFB dürften sich die verbesserten wirtschaftlichen Bedingungen positiv auswirken. Zudem dürften die Lageerbestände deutlich korrigiert worden sein.

Neue Quartalszahlen kommen zum Wochenauftakt von Priceline. Der Onlinereisedienst musste im vergangenen Quartal einen deutlichen Rückgang bei den Flugverkäufen hinnehmen. Hingegen stieg die Nachfrage nach Hotelzimmern und Mietwagen um fast die Hälfte und ließ so den Gesamtumsatz leicht - um 3 Prozent - auf 235 Mio. Dollar steigen. Der Verlust sank von 105 Mill. auf 1,3 Mill. $ oder 1 Cent je Aktie. Analysten gingen im Vorfeld davon aus, dass der drittgrößte Online-Reisevermittler einen Breakeven erreichen würde. Immerhin erwartet das Unternehmen für das laufende Quartal einen Umsatz, der zwischen 260 Mill. und 290 Mill. $ liegen wird.

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