Typischer Zuschauer sitzt allein vor TV
Fernsehkonsum steigt permanent an

Die Menschen in der Bundesrepublik sehen immer mehr fern. Wie der Geschäftsführer der GfK-Fernsehforschung, Michael Darkow, am Mittwoch in Wiesbaden berichtete, hat sich der Fernsehkonsum eines durchschnittlichen Zuschauers von 1992 bis 2001 von 158 auf 195 Minuten pro Tag erhöht.

ap WIESBADEN. Dies sei ein Zuwachs von 23 Prozent. Vor dem TV-Gerät sitze in der überwiegenden Zahl der Fälle nur noch ein Zuschauer.

Darkow nannte als Gründe für diese Entwicklung die zunehmende Anzahl an Fernsehern in den bundesdeutschen Haushalten, das stark gestiegene Programmangebot sowie die Entwicklung hin zu kleineren Haushalten. So gebe es in Deutschland inzwischen 42,4 Mill. TV-Geräte. Ein durchschnittlicher Fernsehzuschauer könne heute etwa 36 verschiedene Programme empfangen. 1992 seien es durchschnittlich 14 gewesen.

"Die Anzahl empfangbarer Programme ist in zehn Jahren um das zweieinhalbfache gestiegen", sagte der Geschäftsführer. Dazu komme die erheblich verbesserte Ausstattung mit Fernsehgräten. "Vor zehn Jahren hatten noch weniger als zehn Prozent der TV-Haushalte mehr als ein Gerät", erklärte Darkow. Heute seien es 22,3 Prozent aller Haushalte, in denen ferngesehen werde.

"Fernsehen ist eine immer mehr individuelle Tätigkeit", sagte der Geschäftsführer der GfK-Fernsehforschung. Das differenzierte Angebot der TV-Anstalten werde somit angenommen und genutzt. Dabei gebe es die stärkste Individualisierung in den Familienhaushalten: "Man geht in das Schlaf- oder Kinderzimmer und sieht dort allein, wenn man sich mit dem, was im Wohnzimmer läuft, nicht anfreunden kann." Gemeinsames Fernsehen finde heute fast nur noch in Haushalten statt, in denen ältere Ehepaare lebten.

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