U21 künftig mit Manager
Kohlers große Ziele: EM-Qualifikation und Olympia

Mit der Formulierung anspruchsvoller Ziele für die von ihm betreute U21-Nationalmannschaft hat Trainer-Neuling Jürgen Kohler Aufbruchstimmung im Nachwuchsbereich des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erzeugt.

HB FRANKFURT/MAIN. "Wir wollen uns für die Europameisterschaft 2004 und gleichzeitig für das Olympia-Turnier 2004 in Athen qualifizieren", sagte der 105-malige Nationalspieler am Montag bei der Bekanntgabe des Aufgebotes für das erste Länderspiel des neuen Jahrgangs gegen Italien am 20. August (21.00 Uhr) in Grosseto. Der mit einem Fünfjahresvertrag bis 2007 ausgestattete Weltmeister von 1990 hatte am 1. Juli die Nachfolge von Hannes Löhr (60) angetreten.

Mit dem Dank an seinen Vorgänger, der "hervorragende Arbeit" geleistet habe, verknüpfte der ehemalige Dortmunder Bundesligaprofi Zielvorstellungen und Perspektiven seines ersten Trainer-Jobs. "Für mich steht die Kommunikation auf allen Ebenen, die gute Zusammenarbeit mit den Vereinstrainern und meinen Kollegen vom DFB - Trainerstab im Vordergrund. Wir müssen auch unbedingt versuchen, den WM-Boom zu nutzen", meinte der 36-Jährige bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in der Frankfurter DFB-Zentrale.

Fördern und fordern

Durch die Kirch-Krise hätten nun mehr junge Spieler die Gelegenheit, sich in ihren Vereinen zu profilieren. "In der U21 können sie sich dann hochdienen, auch mit Blick auf die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Das sind doch glänzende Perspektiven", sagte Kohler, der seinen Kandidaten des Jahrgangs 1981 Mut machte: "Die Türen stehen für jeden offen. Bei mir kann sich jeder über Leistung in die neue U21 hineinspielen." Das Potenzial, auch in ihren Clubs eine gute Rolle zu spielen, sei zweifellos vorhanden. Dies habe er bei seinen ersten Sichtungen ("nicht nur in den Profiligen, auch in der Regionalliga") festgestellt.

Der Musterprofi Kohler will seinen immensen Erfahrungsschatz von 19 Profijahren in seinen ersten Trainerjob einbringen und diesen an die jungen Spieler weiter geben. Über das Anforderungsprofil seiner neuen Tätigkeit sagte der Novize: "Ich habe viele gute Trainer gehabt und von allen etwas gelernt. Die besten Erkenntnisse muss ich jetzt bündeln. Als Trainer muss ich aber meinen eigenen Weg gehen und meinen eigenen Stil finden." Als Spieler habe er immer einen Plan ("und einen Ersatzplan") in der Tasche gehabt und sei stets "ehrgeizig und zielstrebig" gewesen. So will er auch als Trainer verfahren und diese Eigenschaften auf seine Schützlinge übertragen. Kohlers Credo: "Man muss die Spieler fördern und fordern und ihnen dieses Gefühl vermitteln."

"Weg nach Athen 2004"

Die Zäsur im DFB-Nachwuchsbereich wurde mit zwei weiteren personellen Änderungen deutlich gemacht. Als "Manager" für die U21 fungiert künftig Bernd Barutta, als ständiger Delegationsleiter mit Harald Strutz der Vize-Präsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL). "Damit soll auch dokumentiert werden, dass DFB und DFL wirklich unter einem Dach wohnen", sagte Strutz, der auch dem DFB-Präsidium angehört. Ihre erste Dienstreise auf dem "Weg nach Athen 2004" - so der Slogan - treten Strutz und Kohler nach Grosseto an. Am 6. September beginnt dann der Ernstfall mit dem Auftakt der EM- Qualifikation gegen Litauen in Wilna. Weitere Gegner sind Schottland und Island.

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