UBS macht auf riesigen Kapitalbedarf aufmerksam
Nach der Swissair-Pleite sind Milliarden nötig

Der Aufbau der neuen Schweizer Airline nach der Swissair-Pleite wird nach Bankangaben mit einem Kapitalbedarf von mehreren Milliarden Franken verbunden sein. Dies machte die Großbank UBS am Mittwoch deutlich.

ap ZÜRICH. Genaue Zahlen liegen jedoch weder bei der Crossair noch bei der Task Force des Bundes vor, die im Auftrag des Bundesrats daran arbeitet.

Den Aktionären der SAirGroup schrieb UBS, zur Verwirklichung eines mittelfristigen Businessplans der neuen Airline sei ein Vielfaches des Betrags des vorgeschlagenen Rettungsplans nötig. Dieses von UBS und Credit Suisse Group (CSG) bereitgestellte Paket umfasste ursprünglich 1,35 Mrd. Franken (1,78 Mrd. DM) und ist inzwischen auf 1,5 Mrd. Franken aufgestockt worden.

Die Zeitung "Blick" bezifferte unter Berufung auf einen Crossair-Verwaltungsrat den Kapitalbedarf auf 4 Mrd. Franken. In einem ersten Schritt gehe es darum, das Kapital der Crossair sofort von 328 Mill. auf 1,5 Mrd. Franken aufzustocken. Crossair-Sprecher Andreas Schwander sagte auf Anfrage, der Kapitalbedarf der neuen Airline stehe noch nicht fest. Man arbeite zurzeit auf Hochtouren am Businessplan.

Diskussion um Staatsbeteiligung

Der Kapitalbedarf hänge unter anderem davon ab, mit welchen Flugzeugen welche Ziele bedient würden. Die Übernahme von zwei Dritteln der Swissair-Flotte sei das Ziel. Der Crossair-Sprecher erinnerte zudem an das Problem der bereits bezahlten Swissair-Tickets für die Zeit nach dem 28. Oktober.

Die UBS machte darauf aufmerksam, dass die Großbanken von Anfang an die breitest mögliche Beteiligung sowohl an der Kapitalerhöhung wie auch an der Finanzierung der neuen Fluggesellschaft angestrebt hätten. Deshalb seien Leasinggesellschaften, Institutionen, Industriefirmen und individuelle Investoren eingeladen worden. Auch die Mitarbeiter sollten sich direkt beteiligen können. Noch einmal erneuerte die UBS die Einladung an Bund und Kantone, sich zu 30 % an der neuen Fluggesellschaft zu beteiligen.

Die Frage einer Staatsbeteiligung an der neuen Fluggesellschaft ist auch von politischer Seite in den vergangenen Tagen verschiedentlich neu aufgeworfen worden. Das letzte Wort bezüglich der neuen Gesellschaft scheint somit noch nicht gesprochen zu sein, zumal der Bundesrat bei den gescheiterten Rekapitalisierungsplänen für die alte Swissair seine Bereitschaft zu einer subsidiären Beteiligung signalisiert hatte.

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