UCK hat Selbstauflösung erklärt
Mazedonische Rebellen fordern Amnestie

Ein früherer Kommandeur der offiziell aufgelösten Rebellen-Organisation UCK in Mazedonien hat nachdrücklich von der Regierung die Einlösung der Amnestie- Zusage verlangt.

rtr RADUSA. Sollte dieser Teil des Friedensabkommens nicht zu Stande kommen, könnten die Rebellen "jederzeit wieder Waffen finden", sagte Rafis Aliti, der Nachrichtenagentur Reuters. In der UCK kämpfte Aliti unter dem Kriegsnamen Kommandeur Masusi im Gebiet von Radusa nahe der Grenze zum Kosovo.

Auch der mazedonische Verteidigungsminister Vlado Buckovski hatte zuvor an das Parlament appelliert, unverzüglich die Amnestie zu beschließen. Ansonsten drohe der Ausbruch neuer Gewalt, wenn die mazedonische Polizei wie im Friedensplan vorgesehen, in die von Rebellen gehaltenen Gebiete vorrücke, sagte Buckovski im Fernsehen.

Aliti, im zivilen Leben Sportlehrer, betonte in dem Gespräch, die Rebellen hätten ihren Teil der Vereinbarung eingelöst und ihre Waffen der NATO übergeben. Eine Rückkehr der mazedonischen Polizei in die Region werde bei den Rebellen ohne eine klare Amnestie-Regelung nicht gern gesehen, fügte Aliti hinzu und warnte, bereits kleinste Zwischenfälle könnten sehr gravierende Konsequenzen nach sich ziehen.

Die Amnestie für die ehemaligen UCK-Rebellen gehört zur Rahmenvereinbarung vom August, die die Spannungen zwischen der slawischen Mehrheit und der albanischen Minderheit Mazedoniens abbauen soll. Nationalisten im Parlament in Skopje haben bislang verhindert, dass das Thema Amnestie auf die Tagesordnung kommt.

Verfolgung befürchtet

Minister Buckovski hatte sich am Samstag an diese Abgeordneten gewandt. Die Angehörigen der früheren Rebellenarmee UCK befürchten Verfolgung in den von ihnen kontrollierten Gebieten, wenn das Amnestiegesetz nicht beschlossen wird. Ministerpräsident Ljubco Georgievski und Innenminister Ljube Boskovski haben sich für eine rasche Rückkehr der mazedonischen Sicherheitskräfte in diese Gebiete ausgesprochen.

284 zivile Beobachter der Europäischen Union (EU) und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sollen die Lage in dem Balkanstaat überwachen. Sie sollen dabei von einer rund 1000 Soldaten starken NATO-Truppe unter deutscher Führung geschützt werden. Die UCK hatte am Donnerstag, wie in dem Friedensabkommen mit der Regierung vereinbart, ihre Selbstauflösung erklärt. Die Regierung ihrerseits hatte zuvor ein Gesetzgebungsverfahren eingeleitet, das der albanischen Minderheit mehr Rechte garantieren soll.

Die NATO sammelte in den vergangenen Wochen mehr als 3000 Waffen der Rebellen ein, die im Februar einen Aufstand gegen die Regierung in Skopje begonnen hatten.

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