Über 120 Aufträge in den vergangenen 16 Monaten
Bombardier sieht wachsenden Turboprop-Markt

vwd TORONTO. Der kanadische Flugzeughersteller Bombardier Inc, Montreal, sieht für seine Turboprop-Regionalflugzeuge vom Typ Dash-8Q eine wachsendes Marktpotenzial. Der Präsident der Sparte Regional Aircraft, Steven Ridolfi, sagte in Toronto, der Turboprop-Markt sei entgegen aller Unkenrufe stabil und wieder wachsend. In den vergangenen 16 Monaten habe Bombardier über 120 Aufträge über Turboprop-Maschinen erhalten. Der Markt insgesamt werde weiterhin jährlich nach etwa 100 Turboprops verlangen, zeigte sich Ridolfi überzeugt.

Turboprops blieben weiterhin eine Alternative zu den Jets, fügte er mit Blick auf die 72-sitzige Maschine vom Typ Dash 8Q-400 hinzu. Als großen Erfolg bezeichnete er die kürzliche Präsentationsreise von Bombardier in der Volksrepublik China. Zwei Flugzeuge vom Typ Dash 8-Q400 seien bereits an eine chinesische Airline verkauft worden. Die 400, die fast genau so leise und schnell wie ein Jet sei, werde auf Grund ihrer wesentlich günstigeren Kosten eine "signifiknate wirtschaftliche Waffe" für Bombardier sein, unterstrich Ridolfi. Für die Verzögerungen bei der Auslieferung der neuen Turboprop-Maschine machte er ein "Bündel von Gründen" verantwortlich, aus dem keine Einzelursache heraussteche.

Als Beispiele nannte Ridolfi das so genannte Part Simplification Programm. Durch eine Neuorganisation unter anderem im Werk Toronto sei man nun aber wieder "in der richtigen Spur", monatlich würden drei Maschinen vom Typ Dash 8Q-400 produziert. Im Jahr verließen nunmehr 36 Dash 8Q-400 und 24 Dash 8Q-200/300 die Produktionshallen in Toronto. Von den bislang georderten 68 8Q-400 seien bislang 18 ausgeliefert worden. Zudem bestünden für diesen Flugzeugtyp noch 54 Optionen. Für den gesamten Turboprop-Bereich wurde die Zahl der Festbestellungen mit 661 angegeben, wovon 571 bereits ausgeliefert seien. Insgesamt könnten hier noch Optionen auf 82 weitere Turboprop-Maschinen gezogen werden.

Im Bereich der Regional-Jets lägen derzeit 951 feste Bestellungen vor, von denen 460 bereits geliefert seien. Die Zahl der Optionen beträgt nach Bombardier-Angaben ebenfalls 951. Die Entscheidung der kanadischen Regierung, für Bombardier im Umfang von drei  Mrd. CAD zu bürgen, wollte Ridolfi nicht näher kommentieren. Allerdings sprach er von einem "politischen Signal". Der kanadischen Regierung zufolge soll durch die Bürgschaft die Position Bombardiers im Wettbewerb mit der brasilianischen Embraer SA, Sao Jose de Campos, verbessert werden. Bombardier hat nach eigenen Angaben bereits mehrere Aufträge verloren, weil Brasilien Embraer seit Jahren mit hohen Summen subventioniere. Derzeit bewerbe sich sowohl Bombardier als auch Embraer um einen bedeutsamen Auftrag einer US-Fluggesellschaft.

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