Über 3 Millionen DM Schmiergeld kassiert
Leitender Ex-Bahnmitarbeiter wegen Korruption verurteilt

Ein ehemaliger leitender Angestellter der Deutschen Bahn AG ist vom Landgericht Frankfurt wegen versuchten Betruges und Untreue zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und elf Monaten verurteilt worden.

Reuters FRANKFURT. Außerdem sprachen die Richter am Mittwoch gegen einen mitangeklagten Unternehmer aus Düsseldorf eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und sechs Monaten wegen Beihilfe zum Betrug und Beihilfe sowie Anstiftung zur Untreue aus. Nach Auffassung der zwölften Strafkammer hatten die Angeklagten die Umwandlung der Bundesbahn als Staatsunternehmen in die privatrechtlich geführte Deutsche Bahn AG genutzt, um sich zu bereichern.

Das frühe Geständnis des ehemaligen Hauptabteilungsleiters für den Bereich Einkauf und Logistik habe ihn vor einer wesentlich höheren Strafe bewahrt, sagte der Vorsitzende Richter Christopher Erhard in seiner Urteilsbegründung. Die Staatsanwaltschaft hatte dem 62-Jährigen vorgeworfen, insgesamt 3,3 Mill. DM in der Zeit zwischen 1995 und 1999 an Schmiergeldern kassiert zu haben. Im Gegenzug hatte er nach Angaben der Richter dem mitangeklagten Unternehmer Spezialwaggons der Bahn für 17 Mill. DM verkauft und dafür gesorgt, dass die Bahn die Waggons für jährlich 18 Mill. DM zurückmieten musste.

Ein weiterer Punkt der Verurteilung begründete darauf, dass der Angeklagte Zahlungen nicht an die Bahn weitergeleitet, sondern das Geld an seinen mitangeklagten Unternehmer aus Düsseldorf überwiesen hatte. Dabei hat die Bahn nach Angaben der Richter einen Schaden in Höhe von acht Millionen DM erlitten.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hatte aufgrund einer Anzeige der Bahn AG das Verfahren gegen den Ex-Bahnmitarbeiter sowie zwei Unternehmer eingeleitet. Gegen den ursprünglich mitangeklagten zweiten Unternehmer hatte das Frankfurter Landgericht bereits vor einem Monat eine zweijährige Haftstrafe zur Bewährung sowie eine Geldstrafe in Höhe von 200 000 Euro verhängt. Die beiden am Mittwoch verurteilten Männer haben bereits über ein Jahr in Untersuchungshaft gesessen.

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