Über 4 Mill. Arbeitslose
Aufschwung am Arbeitsmarkt unterbrochen

Insgesamt stieg die Arbeitslosenzahl unbereinigt auf 4 093 216 an. In Westdeutschland wurden dabei 2 622 193 Arbeitslose und in Ostdeutschland 1 471 023 Arbeitslose gezählt. Die Arbeitslosenquote stieg insgesamt auf 10,0 (Dezember 9,3) Prozent an.

dpa/rtr NÜRNBERG. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar saisonbedingt um 284 300 auf 4 093 200 gestiegen. Das waren 200 200 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg nach Angaben der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit binnen Monatsfrist um 0,7 Punkte auf 10,0 %. Vor einem Jahr hatte die Quote noch 11,0 % betragen.



Jagoda - Hoffe auf klare Verbesserungen am Arbeitsmarkt ab März

Der Präsident der Bundesanstalt, Bernhard Jagoda, führte den Anstieg der Arbeitslosigkeit auf die üblichen jahreszeitlichen Einflüsse zurück. Für die Fortsetzung der positiven konjunkturellen Entwicklung spreche auch der weitere Anstieg der Beschäftigung zumindest im Westen zum Ende des Jahres 2000 hin.

Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt dürfte sich nach Einschätzung der Bundesanstalt für Arbeit ab Februar leicht verbessern. Behördenchef Bernhard Jagoda sagte am Dienstag vor der Presse in Nürnberg, zwar werde auch im Februar das Wetter die Entwicklung am Arbeitsmarkt beeinflussen, er setze aber darauf, dass das Verarbeitende Gewerbe wieder mehr Einstellungen tätigen werde. Ab März könne es deutlichere Verbesserungen geben, wenn der Frühling zum tragen komme.

Jagoda sagte weiter, er hoffe, dass der deutliche Zuwachs der Arbeitslosenzahl im Januar auf das ganze Jahr hin wieder zurückbilden werde. Er setze darauf, dass sich die Entwicklung am Arbeitsmarkt "wieder glätten wird". Daher wolle er seine Prognose über eine durchschnittliche Arbeitslosenzahl von 3,6 Mill. in diesem Jahr nicht korrigieren.

Laut Bundesanstalt stieg die Zahl der Erwerbslosen in den alten Bundesländern im Januar um 168 600 auf 2 622 200. Die Quote lag bei 8,0 %. Das waren 204 700 weniger als im Januar 2000.

In den neuen Bundesländern wurden 1 471 000 Menschen ohne Job gezählt. Das waren 115 800 mehr als im Vormonat und 4 500 mehr als im Januar 2000. Im Osten stieg die Quote auf 18,7 %.

Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem weiteren Abbau um etwa 20.000 gerechnet, nachdem sich im Dezember ein Rückgang um 28.000 ergeben hatte. Die Zunahme habe sich ausschließlich in den alten Bundesländern vollzogen, hieß es in den Kreisen weiter. In den neuen Bundesländern sei die saisonbereinigte Zahl unverändert geblieben.

Volkswirte hatten ihre optimistischen Prognosen damit begründet, dass von dem - wenn auch etwas abgeschwächten - Wirtschaftswachstum weiter Impulse für den Arbeitsmarkt ausgehen sollten. Seit August vergangenen Jahres war die saisonbereinigte Zahl im Monat um jeweils rund 20.000 zurückgegangen.

Klaus Bühler von der BFG Bank sagte zu den Januar-Zahlen, die Ergebnisse seien schlechter als erwartet. "Aber ich muss dazu sagen, dass ich übersehen hatte, dass die Witterung im Januar kälter war, was meiner Meinung nach der entscheidende Grund für die höhere Arbeitslosenquote ist."

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer hatte gegenüber Reuters erklärt, man müsse am Arbeitsmarkt davon ausgehen, dass der Winter kräftig zu Buche geschlagen habe. "Der Januar war recht hart", sagte sie.

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