Über Abbruch der Waffeninspektionen enttäuscht
Blix: Einsatz von B- oder C-Waffen unwahrscheinlich

UN-Chefwaffeninspektor Hans Blix bezweifelt nach eigenen Worten, dass Irak gegen einen US-Angriff chemische oder biologische Waffen einsetzen wird. Andernfalls würde Irak die ganze Welt gegen sich aufbringen, sagte Blix am Dienstag vor Journalisten.

Reuters NEW YORK. Zwar habe Irak die technischen Mittel für den Einsatz von C- und B-Waffen, sagte Blix. Doch fügte er hinzu: "Ich denke, es ist unwahrscheinlich, dass sie (die Iraker) dies tun werden." Die irakische Regierung achte sehr genau auf die öffentliche Meinung in der Welt, die derzeit einem Krieg skeptisch gegenüber stehe. "Diese Skepsis würde sich sofort umkehren, falls sie chemische oder biologische Waffen einsetzen würden", sagte Blix. "Meiner Einschätzung nach werden sie es nicht tun."

Auf die Frage, ob er es für mögliche halte, dass Irak Israel oder sein Nachbarland Kuwait angreifen könnte, sagte Blix: "Wir schließen nicht aus, dass sie (die Iraker) Scud-Raketen und Abschussanlagen haben." Der Verbleib mindestens zweier irakischer Scud-Raketen sei unklar. Irak hatte im Golf-Krieg von 1991 39 Scud-Raketen auf Israel abgefeuert. Allerdings behauptet Irak nun nicht mehr über die Möglichkeit zu verfügen, Israel angreifen zu können. In Kuwait ist ein großer Teil der US-Truppen stationiert, die sich auf einen Krieg gegen Irak vorbereiten.

Über den Abbruch der UN-Waffeninspektionen in Irak äußerte sich Blix enttäuscht. Die Kontrollen seien zu kurz gewesen, sagte Blix. "Ich denke nicht, dass es vernünftig ist, die Tür für die Inspektionen nach dreieinhalb Monaten zu schließen." Er bezweifele, dass die Uno-Resolution 1441 vom 8. November eine derart kurz Kontrollphase vorsehe. Die USA haben am Montag die diplomatischen Bemühungen um eine friedliche Lösung des Irak-Konflikts beendet und Präsident Saddam Hussein eine Frist bis Donnerstagmorgen gesetzt, das Land zu verlassen und so einen Krieg noch zu vermeiden. Zuvor hatten die USA gemeinsam mit Großbritannien und Spanien ihren Resolutionsentwurf für eine Kriegsermächtigung im Uno-Sicherheitsrat zurückgezogen, nachdem sich dort keine Zustimmung dafür abgezeichnet hatte.

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