Über die Option nachgedacht
Islamische Staaten: Öl könnte Waffe werden

Um ihrer Opposition gegen einen Irak-Krieg Nachdruck zu verleihen, denken islamische Staaten nach den Worten des malaysischen Ministerpräsidenten Mahathir Mohamad über ein Ölembargo nach.

HB/Reuters KUALA LUMPUR. Man sei sich jedoch noch nicht über die Taktik einig, sagte Mahathir am Mittwoch in Kuala Lumpur nach einem Treffen mit Vertretern von 49 moslemische Staaten, darunter 20 ölproduzierende Länder. "Es gibt den Vorschlag, dass wir unsere Ölvorkommen einsetzen, um Druck auszuüben", sagte Mahathir. "Wie das getan werden kann, ist eine andere Frage. Aber es herrscht Übereinstimmung darin, dass es notwendig ist, über solche Dinge nachzudenken." Saudi-Arabien, der weltgrößte Öl-Exporteur, und weitere wichtige islamische Ölproduzenten wie Iran haben wiederholt Aufrufe zu einem Ölembargo aus politischen Gründen zurückgewiesen. Händler erwarteten auch dieses Mal kein positives Echo.

Mahathir ging auf Gegenargumente zum Einsatz von Öl als Druckmittel ein und sagte: "Es ist etwas Gefährliches. Manche sagen, es wird eine Menge Auswirkungen haben, aber wenn wir nicht darüber nachdenken, werden wir es nicht schaffen, Einfluss auszuüben." Anfang der 70er Jahre hatten arabische Staaten ein Ölembargo gegen die Industrienationen verhängt, weil diese im Nahost-Konflikt Israel unterstützten. Die stark steigenden Ölpreise lösten schließlich eine wirtschaftliche Rezession aus. "Öl ist ein zweischneidiges Schwert", sagte Mahathir weiter. "... es schadet uns möglicherweise mehr als den anderen."

Händler: "Krieg eher früher als später erwartet"

"Die großen Produzenten halten das nicht für angemessen und ziehen es vor, Politik und Öl nicht miteinander zu verknüpfen", sagte ein in den Golf-Staaten arbeitender Ölmarkt-Analyst. Weiter in die Höhe trieb den Ölpreis am Mittwoch eher die Angst vor einem baldigen Kriegsbeginn. "Der Markt erwartet einen Krieg eher früher als später", sagte ein Energie-Analyst der Deutschen Bank im australischen Melbourne. Ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent kostete 32,79 Dollar und damit rund 1,5 Prozent mehr als am Vortag. Händler fürchten schon länger, dass die Ölproduktion des Nahen Ostens, der 40 Prozent des weltweit gehandelten Öls liefert, in Folge eines Irak-Krieges nachlassen könnte, weswegen der Ölpreis auf lange nicht erreichter Höhe liegt.

Die USA und Großbritannien haben mit einem Militärschlag gedroht, sollte Irak die Abrüstungsauflagen der Vereinten Nationen (Uno) nicht erfüllen. Sie haben der UNO am Montag für eine Entscheidung zwei Wochen Zeit gegeben und schließen einen Alleingang nicht aus. Die Konferenz der islamischen Staaten sprach sich in ihrer Abschlusserklärung strikt gegen einen Krieg aus, forderte Irak aber auch zugleich auf, umfassend mit der Uno zusammenzuarbeiten.

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