Über Nachfolger soll erst 2002 entschieden werden
Eggert fordert Ende der Debatte um Biedenkopf-Nachfolge

afp DRESDEN. Der stellvertretende sächsische CDU-Landesvorsitzende Heinz Eggert hat seine Partei aufgefordert, die Debatte um die Nachfolge von Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) zu beenden. Der Regierungschef brauche Leistungsfähigkeit und Vertrauen von Partei und Landtagsfraktion für seine Arbeit, sagte Eggert am Donnerstag im MDR. Deshalb habe das CDU-Präsidium am Mittwochabend dem Landesvorstand empfohlen, über einen Nachfolger erst nach der Bundestagswahl 2002 zu entscheiden. Dies sei kein Schritt, um die Diskussion zu deckeln, sondern um wieder Ruhe in die Partei zu bringen. Die Nachfolge-Frage war nach der umstrittenen Entlassung von Finanzminister Georg Milbradt (CDU) entbrannt.

Nach Angaben des CDU-Präsidiums soll der Vorstand bis zum nächsten Landesparteitag im Herbst einen Vorschlag für das Auswahlverfahren des Spitzenkandidaten vorlegen. Bereits auf einer Sondersitzung hatten sich Anfang Februar Landesvorstand und Kreisvorsitzende darauf geeinigt, dass der Biedenkopf-Nachfolger erst auf einem Parteitag Ende des Jahres 2002 oder Anfang 2003 bestimmt werden soll. Der Ministerpräsident hatte Anfang des Jahres zunächst angekündigt, dass er 2003 vorzeitig aus dem Amt scheiden wolle, später ließ er in einem Interview den Termin jedoch offen.

Sondersitzung am Samstag in Dresden

Trotz der Absage des Ministerpräsidenten wollen am Samstag mehrere Kreisvorsitzende zu einer Sondersitzung in Dresden zusammenkommen. Wie der Dresdner Kreisvorsitzende Dieter Reinfried am Donnerstag sagte, soll unter anderem über den Fahrplan der Biedenkopf-Nachfolge gesprochen werden. Schließlich habe der Regierungschef mit seiner jüngsten Ankündigung über den Termin seines Ausscheidens neue Tatsachen geschaffen. An der Sitzung, die nach der ersten Sondersitzung Anfang Februar vereinbart worden war, sollte neben Biedenkopf auch der Landesvorstand teilnehmen. Wegen des vollen Terminkalenders des Ministerpräsidenten wurde sie auf den 31. März verschoben.

Biedenkopf hatte Milbradt Ende Januar entlassen. Der Regierungschef begründete seinen Schritt mit "unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten". Milbradt, der auch stellvertretender CDU-Landesvorsitzender ist, galt lange Zeit als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge von Biedenkopf.

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