Überbrückungskredit gesucht
KirchPayTV braucht 100 Millionen Euro

Die Zukunft des Abosenders Premiere und dessen insolventer Mutter KirchPayTV wird sich voraussichtlich in knapp zwei Wochen entscheiden.

WiWo/ap MÜNCHEN. Am 5. Juni verhandelten Banken und Unternehmen über die Bereitstellung eines Überbrückungskredits, zitierte das "Handelsblatt" den vorläufigen Insolvenzverwalter Joseph Füchsl. Frisches Kapital von "100 Millionen Euro plus X" sei nötig, um den hoch defizitären Bezahlsender bis zum Jahresende zu erhalten.

An dem Treffen nehmen laut "Handelsblatt" Füchsl und Premiere-Chef Georg Kofler teil. Von den Kreditinstituten seien die HypoVereinsbank, die Bayerische Landesbank und deren österreichische Tochter Bawag vertreten. Die Bayerische Landesbank habe an Kirch PayTV etwa 500 Millionen Euro verliehen. Der Kredit der HypoVereinsbank beläuft sich nach Angaben von Vorstandschef Albrecht Schmidt auf rund 250 Millionen Euro.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete unterdessen, Premiere-Chef Kofler werde den Banken Mitte Juni seinen Wirtschaftsplan zur Rettung des Bezahlfernsehens präsentieren. Das Konzept sehe niedrigere Kosten, besseren Vertrieb und weniger Programme vor, spekuliere aber auch mit neuen Gesellschaftern. Vormalige Interessenten wie der Großverlag Bertelsmann oder der australo-amerikanische Medientycoon Rupert Murdoch, der an Premiere mit rund 22 Prozent beteiligt ist, winkten jedoch ab. Ein Erfolg bei der Investorensuche sei unwahrscheinlich.

Dem Blatt zufolge wird deshalb in Murdochs Umfeld an einer Auffanglösung gearbeitet: PayTV und FreeTV sollten zusammengefasst werden, Premiere und Kirchs Senderfamilie ProSiebenSat1 sollten enger zusammenrücken. Die zentrale Rolle sei der ProSieben-Gruppe zugedacht. Als neuen Chef für die gesamte Einheit sehe der vertrauliche Plan Kofler vor. Den Premiere-Chef hielten viele Bankmanager und Investoren, darunter Rewe-Chef Hans Reischl, für den einzigen, der das weit verzweigte Kirch-Imperium strukturieren könne.

Die "SZ" berichtete weiter, bei dem Zusammenschluss sei es wahrscheinlich, dass eine neu zu bildende Dachgesellschaft Kirchs Mehrheitsanteile am werbe- und gebührenfinanzierten Fernsehen bündle. "Darüber wird nachgedacht", zitierte die Zeitung einen beteiligten Banker.

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