Überdurchschnittlicher Besuch auf Napster-Seiten
Musiktauschbörse Napster hat schlechte Karten

ddp/vwd SAN FRANCISCO. Die Musiktauschbörse Napster hatte schon vor dem Urteil an diesem Freitag (10.00 Uhr Ortszeit) eine Niederlage vor Gericht hinnehmen müssen. Am 13. Februar ordnete der 9th U.S. Circuit Court of Appeals in einer Berufungsverhandlung zwar nicht die unmittelbare Schließung von Napster an, in der Sache entschied das Gericht aber gegen Napster.

Kläger ist die Recording Industry Association of America, ein Verbund aus der amerikanischen Musikindustrie, die sich gegen illegales Herunterladen von Musik aus dem Internet wehrt. Nach damaliger Ansicht des dreiköpfigen Richtergremiums verstößt Napster mit seiner Firmenpolitik gegen die Urheberrechte, die für die meisten der getauschten Songs bestehen. Deshalb wurde das Napster-Management schon damals aufgefordert, jene der schätzungsweise 51 Millionen Mitglieder von dem Service auszuschließen, die illegal Copyright-Musik tauschten.

Gleichzeitig gab der Circuit Court of Appeals den Streit an das Bezirksgericht von San Francisco zurück. Richterin Marilyn Hall Patel, die auch an diesem Freitag den Vorsitz führt, hatte im Juli vergangenen Jahres eine sofortige Abschaltung von Napster angeordnet, war aber durch eine Einstweilige Verfügung gestoppt worden. Nach Ansicht der Berufungsrichter ging die damalige Anordnung Patels zu weit und muss deshalb neu formuliert werden.

Kampf durch alle Instanzen

Napster-Hauptanwalt David Boies sah nach dem Urteil keine Veranlassung für Napster, den Tauschbetrieb einzustellen. Vor der Presse in San Francisco kündigte er einen Kampf durch alle Instanzen an. Gleichzeitig rief Napster seine Mitgliedergemeinde auf der Internet-Seite auf, die Auseinandersetzung auch in die Politik zu tragen. Die Millionen Tauschfreunde sollten ihre heimatlichen Kongressabgeordneten bedrängen, den Napster-Streit auch im Kongress zum Thema zu machen.

In den vergangenen Tagen war ein überdurchschnittlicher Besuch auf den Napster-Seiten zu verfolgen. Nach Angaben von Experten wurden bisher täglich so viele Lieder von Napster heruntergeladen, dass es etwa 15 Jahre dauern würde, sie alle anzuhören. Gerichtsbeobachter rechnen damit, dass Napster voraussichtlich sein Angebot komplett einstellen muss.

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