Überfall auf Geldtransporter
23-Jähriger erbeutet zehn Millionen Euro

Es ist die größte Bargeldsumme, die je bei einem Überfall in Deutschland erbeutet wurde: Mit 10 Millionen Euro ist der Fahrer eines Geldtransporters am Montag in Frankfurt entkommen.

dpa FRANKFURT. Die genaue Höhe der Beute konnte die Polizei zunächst nicht nennen, aber die Ermittler gingen von mehr als 10 Millionen Euro (19,6 Millionen Mark) aus. Der 23 Jahre alte Täter stammte - wie häufig bei Überfällen auf Geldtransporter - aus der Belegschaft. Er hatte mindestens zwei Komplizen.

Der Franzose hatte am Morgen seinen Beifahrer mit seiner Waffe bedroht und mit Handschellen gefesselt. Anschließend lud er mit zwei Helfern vier Stahlkisten mit druckfrischen Euro-Noten in ein Fluchtauto um. In einer Tiefgarage ließ das Trio den Transporter stehen und verschwand. Das Ganze spielte sich innerhalb von nicht einmal 40 Minuten ab und war offenbar gut vorbereitet. "Die haben das genau ausbaldowert", sagte ein Polizeisprecher.

Am Morgen hatte der helle Transporter nach Darstellung der Polizei wie gewohnt die Filiale des Sicherheitsunternehmens in Frankfurt - Niedereschbach verlassen. Am Steuer der 23-Jährige, neben ihm der 41 Jahre alte deutsche Beifahrer, im Laderaum mehrere Stahlbehälter mit Bargeld für Bankfilialen in der Frankfurter Innenstadt.

Der Coup begann nach ersten Ermittlungen zehn Minuten vor neun Uhr: Unter einem Vorwand hielt der Fahrer auf einem Parkplatz am Frankfurter Rebstockbad und zog plötzlich seine Waffe. Zwei Komplizen stiegen zu, nach Angaben des Überfallenen ebenfalls Ausländer. Der Fahrer steuerte den Transporter in eine zehn Autominuten entfernte Tiefgarage im Stadtteil Nied.

Völlig unbemerkt konnten die Räuber dort die Stahlbehälter voller Geldscheine in ein anderes Auto umladen. In dem privaten Parkhaus gibt es keine Überwachungskamera. Nach den Ermittlungen der Polizei ist die Garage unter einem Supermarkt immer mit einem Eisentor geschlossen und nur mit Schlüssel zu öffnen. Möglicherweise habe es einen weiteren Täter gegeben, der ihnen Zugang zu der Garage verschaffte.

Mitsamt ihrer Beute fuhren die Räuber davon und verschlossen das Tor hinter sich. In der Eile hatten sie den Geldtransporter nicht ganz ausgeräumt. Der überfallene Beifahrer verließ das Fahrzeug, sobald er kein Geräusch mehr hörte. Durch das geschlossene Tor rief er um Hilfe. Der Leiter des Supermarkts im Erdgeschoss des Gebäudes alarmierte die Polizei. Weder Typ noch Kennzeichen des Fluchtfahrzeugs waren zunächst bekannt, dennoch startete die Polizei eine bundesweite Fahndung.

Vor dem Frankfurter Coup hatte die höchste Bargeldbeute aus einem Raubüberfall 6,95 Millionen Mark (3,55 Millionen Euro) betragen. Am 24. März 1997 hatten drei Männer im niedersächsischen Soltau auf einer Autobahnraststätte einen Geldtransporter überfallen und waren anschließend zum Umladen der Beute in einen Wald gefahren. Dort mussten sie sogar noch drei Millionen Mark zurücklassen, weil ihr Fluchtfahrzeug für die Geldmengen zu klein war. Die Täter wurden festgenommen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%