Übergänge nach Marokko sind gut bewacht
Spanien bezweifelt El-Kaida-Pläne

Die spanischen Behörden haben Zweifel an den angeblichen Plänen des Terrornetzwerkes El Kaida zu Anschlägen auf britische und amerikanische Kriegsschiffe in der Straße von Gibraltar geäußert.

dpa MADRID. Selbstmordanschläge gegen Kriegsschiffe, wie sie drei in Marokko festgenommene, mutmaßliche El-Kaida-Mitglieder geplant haben sollen, seien kaum durchführbar, betonten spanische Ermittler nach Presseberichten vom Mittwoch. Auf Grund der starken Strömungen in der Meerenge von Gibraltar sei es kaum möglich, dass Terroristen sich einem in voller Fahrt befindlichen Kriegsschiff nähern könnten.

Marokko hatte nach eigenen Angaben eine El-Kaida-Zelle ausgehoben, die angeblich mit Sprengstoff beladene Schlauchboote gegen Kriegsschiffe steuern und zur Explosion bringen wollte. Die Terroranschläge sollten von den spanischen Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla aus gestartet werden.

Demgegenüber betonten die spanischen Behörden, dies sei ziemlich unglaubwürdig. Melilla wäre für solche Terroraktionen allein deshalb eine völlig ungeeignete Basis, weil es über 500 Kilometer von Gibraltar und vom US-Luftwaffen- und Marinestützpunkt in Rota (Südspanien) entfernt sei. In Ceuta seien die Übergänge nach Marokko so gut bewacht, dass Terroristen kaum auf die Idee kämen, größere Mengen an Sprengstoff über die Grenze zu schmuggeln.

Möglicherweise habe Rabat die Städte als unsichere Orte international in Misskredit bringen wollen, sagten spanische Beamte der Zeitung «El País». Marokko erhebt Anspruch auf die an der nordafrikanischen Küste liegenden Exklaven. Der Delegierte der spanischen Regierung in Ceuta, Luis Vicente Moro, betonte, die angeblich geplanten Anschläge auf Kriegsschiffe seien "ein altes Gerücht, das wir hier schon lange kennen".

Dagegen erklärte der marokkanische Ministerpräsident Abderrahman Youssoufi, die Festnahme von drei mutmaßlichen El-Kaida-Mitgliedern beweise, dass Marokko auf der Hut vor dem internationalen Terrorismus sei. Das Innenministerium veröffentlichte die Identität der drei festgenommenen Saudis. Ihre Namen wurden mit Hilal Jaber Aouad Alassiri, Zuher Hilal Mohammed Al Tbaiti und Abdallah M'Sefer Ali Al Ghamdi angegeben. Bei der Aushebung der Zelle seien auch Ermittler und Geheimdienste in Saudi-Arabien, den USA und anderen Ländern beteiligt gewesen. Wie es hieß, wurden auch zwei marokkanische Ehefrauen der Verdächtigen festgenommen.

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