Übergangsregelung sichert höhrere Anfangsverluste
Schiffsfonds-Anleger werden schon vor Weihnachten vom Fiskus beschenkt

Glück gehabt! Die Tonnagesteuer wird nicht gestrichen. Die Regierung hat ihren ursprünglichen Plan, diesen Steuervorteil für Schiffseigner zu streichen, wieder aufgegeben. Die zweite gute Nachricht: Die Übergangsregelung zum Nebenkostenerlass wird verlängert.

HB DÜSSELDORF. Genau genommen ist die Tonnagesteuer, die sich an der Schiffsgröße orientiert, keine Steuer, sondern eine Art, den Gewinn zu ermitteln. Noch dazu eine sehr lukrative, wie ein Beispiel verdeutlicht: Ein Anleger, der sich mit 100 000 Euro am HCI-Schiffsfonds II beteiligt, zahlt dank Tonnagesteuer nach dem Wirtschaftsjahr 2003 gerade einmal 93 Euro Steuern pro Jahr, egal wie hoch sein persönlicher Steuersatz ist. Es ist auch egal, wie viel Gewinn das Schiff einfährt. Verluste sollten es nicht sein, denn die könnte der Anleger steuermindernd geltend machen, während er die Tonnagesteuer weiter zahlen muss.

Würde der in der Regel als Kommanditgesellschaft firmierende Fonds sofort die Tonnagesteuer wählen, würde er einen Steuervorteil verschenken. Denn für Spitzenverdiener sind anfängliche Verluste attraktiv, weil sie seine Steuerlast mindern und er so zunächst einen Teil seiner Einlage vom Finanzamt erstattet bekommt. Diese Verluste resultieren aus der degressiven Abschreibung auf das Schiff und - noch - bei vielen Fonds daraus, dass ein Großteil der Nebenkosten des Fonds sofort abzugsfähige Betriebsausgaben sind.

Wie hoch die jährliche Abschreibung (AfA) vom Restwert ausfallen darf, ist nicht sicher geklärt, denn für Schiffe gibt es keine amtlichen AfA-Tabellen als Orientierung. Sicher ist nur: Es ist der doppelte lineare Satz. Und der bemisst sich nach der Abschreibungsperiode. Ein Steuererlass sagt außerdem, dass der AfA-Zeitraum bei einer Verlustzuweisungsgesellschaft dessen Betriebskonzept entsprechen muss. Zwar sagen die Fondsanbieter von sich, ihre Angebote seien keine Verlustzuweisungsgesellschaften, wie sie in einem weiteren Erlass definiert sind. Doch vorsichtige Emissionshäuser kalkulieren gleich mit 16 Jahren AfA-Periode statt der früher üblichen zwölf Jahre. Die Konsequenz: Es werden 12,5 statt 16,7 Prozent abgeschrieben.

So ganz unproblematisch ist der meist drei Jahre nach Infahrtsetzung vollzogene Übergang zur Tonnagesteuer nicht: Beim Wechsel zu dieser Gewinnermittlungsart muss der Marktwert, von Steuerfachleuten Teilwert genannt, bestimmt werden. Denn beim Verkauf des Schiffes muss die Differenz zwischen dem Marktwert und dem Buchwert zum Zeitpunkt des Besteuerungswechsels vom Anleger anteilig versteuert werden. Belastet wird dieser anteilige Unterschiedsbetrag dann mit dem vollen individuellen Steuersatz des Anlegers. Fondshäuser und Anleger sind deshalb an einem möglichst geringen Teilwert interessiert, denn mit ihm sinkt der Unterschiedsbetrag. Konflikte mit dem Finanzamt sind vorprogrammiert.

Die verlängerte Übergangsregelung zum Nebenkostenerlass hilft allen Anlegern, die sich bis zum Jahresende 2003 an einem Fonds beteiligen, mit dessen Vertrieb bis Ende August dieses Jahres begonnen wurde.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%