Übergeordneter Abwärtstrend wird sich weiter fortsetzen
Chartanalyse: Dax bleibt ein kritischer Markt

Die internationalen Aktienmärkte zeigen sich von ihrer eher labilen Seite. So dominieren noch immer hochdynamische Abwärtstrends, die sowohl chart- als auch markttechnisch bestätigt werden.

FRANKFURT/M. Hohe Dynamiken signalisieren in der Regel hohe Stabilitäten im Trendverlauf, so dass sich aus technischer Sicht aktuell keine wirklich sinnvollen Argumentationen herleiten lassen, die ein rasches Ende der Abwärtsbewegungen begründen könnten. Was wir jedoch derzeit in einigen Indizes für wahrscheinlich halten, sind Stabilisierungen der Kursverläufe innerhalb der übergeordneten, dominanten Abwärtstrends.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) bleibt mittelfristig gesehen ein kritischer Markt. Die jüngste Reaktion Ende Juni schöpfte etwas mehr als das errechnete minimale Reaktionspotenzial aus (mehr wurde es nicht), somit ist unter diesem Blickwinkel mit einer über 50 prozentigen Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich der übergeordnete Abwärtstrend auch weiter fortsetzen wird. In der praktischen Konsequenz bedeutet dies: auch weiterhin besteht keinerlei strategischer Handlungsbedarf auf der Kaufseite.

Im etwas kürzerfristig gefassten Zeitfenster wollen wir die Erwartungshaltung auf eine Kursstabilisierung innerhalb des Abwärtstrends jedoch noch nicht beerdigen. Es gibt zwar noch keinerlei ausreichende Argumentation, welche einen Positionsaufbau auf der Kaufseite rechtfertigen würde, dennoch bleibt der Markt interessant.

Auffallend ist ein markttechnisch etwas verbessertes Umfeld mit gestopptem Dynamikzuwachs auf der Unterseite. Charttechnisch eingrenzen möchten wir das potenzielle Stabilisierungsfeld in den Bereich um 3 946 auf der Unterseite und 4 443 auf der Oberseite. Je länger es dem Dax gelingt, oberhalb der 3946 zu verharren, umso nachhaltiger sollte sich die markttechnische Verfassung des Index verbessern. Dies wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich aus dieser Stabilisierung heraus weiterführende Reaktionen entwickeln können, die durchaus bis in die Bereiche um 4 700 bzw. 4 850 reichen sollten. Zwischen der 3 946 und der 4 443 definieren wir den Dax als Trading Markt. Gelingt dem Index die Überwindung der 4 443, wäre eine erwartete Konsolidierung abgeschlossen und wir erwarten einen weiterführenden Korrekturimpuls auf der Oberseite.

Fällt der Dax dagegen in den nächsten Tagen unter die 3 946, ist die Erwartungshaltung auf eine Stabilisierung hinfällig. In diesem Falle gilt es zu berücksichtigen, dass wir auf der Unterseite dann keine weiteren sinnvollen Unterstützungen mehr herleiten können.

Uwe Wagner ist technischer Analyst bei der Deutschen Bank in Frankfurt/Main.

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