Überlebenskampf der Call-by-Call-Anbieter
Talkline will Telekom 31 % weniger zahlen

AFP Elmshorn/Frankfurt. Die Telefongesellschaft Talkline hat der Regulierungsbehörde für Post - und Telekommunikation (RegTP) vorgeworfen, Konkurrenten der Deutschen Telekom auf dem so genannten Call-by-Call-Markt zu benachteiligen. Der Wettbewerb werde durch Veränderungen in der Regulierungspolitik der Bonner Behörde derzeit so deutlich zurückgeschraubt, dass sich das Geschäft kaum noch lohne, sagte Talkline-Sprecher Martin Ortgies am Montag in Elmshorn. Sein Unternehmen wolle deshalb im Herbst über einen Ausstieg aus dem Festnetzgeschäft beraten. Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Montag zufolge drohen wegen steigender Kosten Preiserhöhungen bei einigen Telefongesellschaften. Dies gelte vor allem bei Anbietern, die bisher mit Niedrigstpreisen um Kunden geworben hätten. Ortgies kritisierte vor allem die seit Monatsbeginn in Kraft getretene Inkasso-Regelung, infolge derer die Telekom-Konkurrenten fällige Zahlungen neuerdings selbst eintreiben müssen. Dies mache die Kostensituation "unerträglich", sagte der Talkline-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Ein Modellversuch habe ergeben, dass die Unternehmen in mehr als zehn Prozent der Fälle nach den von der Telekom verschickten Rechnungen zusätzlich noch selbst Mahnungen ausstellen müssten. Talkline fordere zudem eine konkrete Entscheidung bei der so genannten Interconnection-Regelung, dem Zusammenschalten der eigenen Netze mit denen der Telekom, sagte der Sprecher weiter. Hier steht ein Systemwechsel der Preisgestaltung bevor. Einer vorläufigen Genehmigung der RegTP zufolge muss die Deutsche Telekom ihren Konkurrenten einen Rabatt von fünf Prozent gewähren; nach Berechnungen von Talkline müsste der ehemalige Monopolist den Preis allerdings um mindestens 31 Prozent senken.

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