Überlegungen hinsichtlich Vereinheitlichung des Markenauftritts
Direkt Anlage Bank prüft einheitliche Marke

2001 steht für die Bank ganz im Zeichen der Integration des französischen Online-Brokers Self Trade. Das Konzept der Anlage-Center und das Investment-Banking sollen europäisch aufgestellt werden.

HB FRANKFURT/M. Die Direkt Anlage Bank (DAB) arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, ihre Mehr-Marken-Strategie zu überarbeiten. "Dies ist eines der am heißesten diskutierten Themen bei uns im Haus", sagte Vorstand Matthias Kröner dem Handelsblatt. Ein extra gebildetes Team würde im Moment alle Alternativen abwägen, um zur für den Kunden besten Lösung zu gelangen. Seit der Übernahme der französischen Self Trade operiert die Hypo-Vereinsbank-Tochter im europäischen Ausland unter dem Namen Self Trade und in Deutschland unter der Marke Direkt Anlage Bank. Kröner ließ im Gespräch durchblicken, dass er nicht unbedingt an dem Namen DAB hänge, "auch wenn dieser in Deutschland über einen hervorragenden Bekanntheitsgrad verfügt".

Darüber hinaus böten sich der DAB durch den Zusammenschluss zwischen der Mutter, Hypo-Vereinsbank, und der österreichischen Bank Austria durch deren Direkt Bank-Tochter weitere Ausbaumöglichkeiten im eigenen Umfeld.

Spätestens im zweiten Quartal nächsten Jahres seien erste Projekte auf beiden Systemlandschaften, der DAB und der von Self Trade, abgeschlossen. Erklärtes Ziel der Münchner ist es, so schnell wie möglich in ganz Europa mit einer homogenen Plattform zu agieren.



Neuaufbau lohne sich nicht

Deutliche Mehrkosten durch die gegenwärtig verfolgte Zwei-Marken-Strategie sieht Kröner aber nicht. Im Gegenteil: Die in Europa bestens eingeführte Marke Self Trade weiterzuführen und auszubauen, sei billiger, als unter dem Namen DAB einen Neuaufbau zu beginnen, sagte er. Sicherlich koste die Zusammenführung Geld. Doch seien die Aufwendungen weitestgehend bereits in den Budgets enthalten und überschaubar. "Es ist wie in der Physik: Es ist leichter und erfordert weniger Anstrengung, zwei in Bewegung befindliche Körper in die selbe Richtung auszurichten, als zwei große schwere Brocken anzustoßen," so Kröner.

Auch den Rummel um den Kaufpreis für Self Trade verstehe er nicht. Das Closing der Transaktion stehe unmittelbar bevor, so Kröner. Durch die Marktkorrekturen, von denen auch die DAB nicht verschont blieb, hat sich der Preis für die im September bekannt gegebene Transaktion deutlich reduziert. Ging man damals bei einem Kurs von 60 von rund 900 Mill. aus, habe sich der Preis durch den gegenwärtigen DAB-Kurs von rund 40 um rund ein Drittel auf etwa 600 Mill. ermäßigt. "Und das ist für den Namen, die Positionierung, die Expertise und die Kundenzahl ein guter Preis," sagte Kröner. Analysten hatten den Deal wiederholt als strategisch sinnvoll bezeichnet, allerdings gab es wegen des Preises geteiltes Echo.



"Die Anlage-Center sind eine Riesensache"

Der DAB-Chef kündigte an, das in Deutschland erfolgreiche Konzept der Anlage-Center über Self Trade europaweit auszubauen: "Die Anlage-Center sind eine Riesensache." Zunächst werden aber noch im laufenden Jahr zwei weitere Stützpunkte in Frankfurt und Dresden eröffnet. Im kommenden Jahr will Kröner deutschlandweit an 15 Standorten präsent sein, gegenwärtig sind es mit den beiden Neueröffnungen 12. Bei der Positionierung der Center werde man zum einen die Partnerschaft mit der Kaufhof-Gruppe weiter nutzen, daneben aber auch verstärkt eigene Standorte eröffnen.

Den Aufbau einer eigenen Investment-Bank-Einheit oder einer eigenen Handelsplattform lehnt Kröner ab: "Wozu eine Kuh kaufen, wenn ich nur einen Liter Milch haben will." Die DAB setze auch in Zukunft auf den bislang eingeschlagenen Kurs der Kooperationen. Die Münchener arbeiten derzeit im Geschäft mit Börsengängen (IPO) eng mit der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs, Sal. Oppenheim, Equinet und der Mutter Hypo-Vereinsbank zusammen. Man sei aber prinzipiell offen für weitere Partner, so Kröner. Darüber hinaus können Kunden der DAB auf die Privat-Anleger-Plattform von Goldman Sachs zugreifen.



Beteiligung an 37 Börsengängen

Eine Ausweitung des Investment-Banking-Angebots über das IPO-Geschäft hinaus macht laut Kröner derzeit wenig Sinn: "Der Kunde will doch hauptsächlich gute Zuteilungschancen haben. Und die bieten wir ihm mit unseren Partnern." Im Jahr 2000 war die DAB an 37 Börsengängen beteiligt. Für 2001 sei geplant, das Investment-Banking auf eine europäische Basis zu stellen. Hier werden laut Kröner gegenwärtig Gespräche mit potenziellen Kandidaten geführt. Namen wollte er keine nennen. Es ist aber zu vermuten, dass die DAB hier mit den bestehenden Partnern zusammenarbeitet. Vor allem Goldman Sachs hat wiederholt das Interesse bekundet, im europäischen Markt Fuß zu fassen.

Mit dem laufenden Geschäftsjahr zeigte sich Kröner voll zufrieden. "Es war ein Riesenjahr für uns, vor allem weil wir Marktanteile gewonnen haben". Analysten gehen von 350 000 bis 370 000 Kunden aus. In diesem Rahmen werde es liegen, bestätigte Kröner. Für 2001 rechnen Experten mit zirka 580 000 Kunden, davon 180 000 im Ausland.

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