"Übermäßig defensiv"
Australien untersagt Dalai Lama Rede im Parlament

Der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt Tibets, wird bei seinem Australien-Besuch im Mai keine Rede im Parlament halten dürfen. Die australische Regierung wolle den Eindruck vermeiden, dass sie den Dalai Lama als Staatsoberhaupt Tibets anerkenne, begründete ein Sprecher des Außenministers am Donnerstag die Entscheidung.

Reuters CANBERRA. Ein Vertreter Tibets bezeichnete die Haltung der australischen Regierung als übermäßig defensiv. Der Dalai Lama sei bei der australischen Bevölkerung äußerst beliebt. "Die Regierung sollte ihre Entscheidung in Übereinstimmung mit den Wünschen der Bevölkerung treffen und nicht aus der Angst heraus, China zu beleidigen", sagte der Vertreter.

Australien sieht Tibet als einen legitimen Teil der Volksrepublik China an. 1950 waren chinesische Truppen in Tibet einmarschiert. Im Folgejahr gliederte China die Himalaya-Region ein. Nach einem Aufstand gegen die chinesische Besatzung floh der Dalai Lama 1959 ins Exil. Seitdem lebt er in der indischen Stadt Dharmasala und wirbt weltweit für die Unabhängigkeit Tibets.

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