Übernahme bringt für alle Vorteile
Kommentar: Machtwort der Kamps-Aktionäre

Die Übernahme durch Barilla haben die institutionellen Kamps-Aktionäre besiegelt. Sie wollten, was Unternehmenschef Heiner Kamps zunächst abgelehnt hat.

Der hatte sich in der vergangenen Woche noch um die Perspektiven für sein Unternehmen gesorgt: "Kamps braucht Barilla nicht" - und dabei wohl vergessen, dass er für seine Ablehnung die Zustimmung der mächtigen Anteilseigner wie Banken und Versicherungen braucht, die über 75 Prozent der Aktie halten. Für die war das sichere Geld wichtiger als die unsichere Perspektive. Der Übernahmepreis von zuletzt 12,50 Euro pro Wertpapier liegt deutlich über die Einschätzung von Analysten, die der Kamps-Aktie einen Wert knapp über vier Euro zubilligten. Heiner Kamps passte heute seine Sprache dem Machtwort der Aktionäre an: "Kamps und Barilla passen gut zusammen".

Die Übernahme bringt für alle Beteiligten Vorteile. Der Bäckerkonzern hat nicht mehr die drückende Schuldenlast in Höhe von 800 Mill. Euro. Im Gegenzug steigt das italienische Unternehmen, das mit seinen Nudeln in den USA bereits Marktführer ist, nun in eine völlig neue Dimension bei Backwaren vor. Und wenn es keine Zerschlagung und keine Betriebsstillegungen gibt, wie heute versichert wurde, dürften auch die 15 000 Kamps-Beschäftigten aufatmen. Andere Kaufinteressenten waren nur an Teilen von Kamps interessiert. Und auch Heiner Kamps profitiert davon: Zum einen will der größte Einzelaktionär einen Teil seinen Aktien für 12,50 Euro verkaufen, zum anderen braucht er sich nun weniger Sorgen um die Perspektiven seines Unternehmens machen.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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