Übernahme der Dresdner Bank – Hypo-Vereinsbank arbeitet künftig exklusiv mit Victoria-Versicherung
Allianz bietet 53,13 Euro je Aktie

Die Details der Übernahme der Dresdner Bank stehen fest: Die freien Aktionäre der Bank erhalten das Angebot, jeweils10 Aktien in eine Aktie der Allianz plus 200 Euro in bar zu tauschen. Das entspräche einem Preis von 53,13 Euro je Aktie, so die Allianz. Drei Vorstände der Dresdner rücken in die Chefetage der Münchener Versicherung auf.

fs/kun/rob/stk FRANKFURT/M. Die Allianz plant die volle Übernahme der Dresdner Bank. Außerdem verkauft sie ihre Anteile an der Hypo-Vereinsbank in Höhe von 13,55 % an die Münchener Rück und bekommt dafür deren 40,6-%iges Anteilspaket an der Allianz Leben. Aus steuerlichen Gründen macht sie dies erst im Jahr 2002.

Die Übernahme der Dresdner will der Versicherer mit folgendem Angebot erreichen: Dresdner-Aktionäre können über eine zwischengeschaltete Gesellschaft für zehn eigene Aktien einen Allianz-Anteilsschein sowie 200 in bar bekommen. Gegenüber dem Freitagsschluss der beiden Aktien ergibt sich dabei eine Prämie von lediglich gut 3 %. Als Basis für die Bewertung wurde allerdings ein Allianz-Kurs von 331,25 und ein Dresdner von 42,20 angesetzt. Damit erhöht sich der Aufschlag auf knapp 26 %. Die freien Aktionäre werden im Mai für eine Frist von voraussichtlich 60 Tagen ihre Wertpapiere in Allianz-Anteilsscheine tauschen können. Am Markt wird damit gerechnet, dass die Allianz rund 75 % der Dresdner-Aktien bekommt.

Das Gesamtvolumen der Transaktion beträgt 23 Mrd. Euro. Insgesamt wird die Dresdner zwar mit 29 Mrd. bewertet, die Allianz hat jedoch bereits Aktien im Wert von 6 Mrd. Euro.

Fast die Hälfte der 23 Mrd. Euro muss die Allianz in bar bezahlen, heißt es. 8 Mrd. Euro will sich der Versicherer über eine Kapitalerhöhung aus genehmigten Kapital besorgen. Diese soll jedoch im nächsten Jahr über einen Aktienrückkauf wieder vom Markt genommen werden. Der Umfang liegt bei bis zu 3,5 % der Allianz-Anteile, teilte die Versicherung gestern mit. Die Allianz will eine Verwässerung vermeiden, um Aktionäre des Konzerns durch die Transaktion nicht schlechter zu stellen. 3 Mrd. Euro sollen über einen Fonds in den USA zusammen kommen.

Um die Transaktion steuerneutral über die Bühne zu bringen, wurde eine von der Deutschen Bank und Sal. Oppenheim gemanagte Vorschaltgesellschaft gegründet, ein so genanntes Special Purpose Vehicel (SPV). Das SPV ist für das Aktien- und Barangebot an die freien Dresdner-Aktionäre zuständig. Im SPV befinden sich rund 18 % der Allianz-Aktien. Diese stammen zu knapp 5 % von der Münchener Rück, zu rund 10 % von der Dresdner Bank und zu knapp 4 % von der Hypo-Vereinsbank. Die freien Aktionäre liefern ihre Dresdner-Aktien an das SPV und erhalten letztlich aus dem Bestand die Allianz-Papiere. Wie es heißt, wird dadurch ein steuerfreier Tausch der Beteiligungen bereits in diesem Jahr ermöglicht. Der steuerfreie Verkauf von Beteiligungen ist per Gesetz erst ab kommenden Jahr möglich. Das Münchener Finanzministerium soll aber der Allianz signalisiert haben, dass die Hilfskonstruktion mit der Vorschaltgesellschaft anerkannt wird.

Im Gegenzug soll die Allianz rund 6 % an dem Rückversicherer abgeben.

Damit würden die beiden Versicherer ihren lang angekündigten Plan verwirklichen, die Verflechtungen von rund 25 % auf 20 % zu verringern.

Die Deutsche Bank hält noch rund 7 % an der Allianz. Wie es aus Kreisen der Deutschen Bank heißt, wird sie sich nicht von diesen Aktien trennen.

Die Ratingagentur Standard&Poors kündigte unterdessen an, die langfristigen Ratings von Dresdner (AA-) und Allianz (AAA) zu überprüfen.

Die Hypo-Vereinsbank stockt ihren Anteil von 2,7 auf 5 % an der Versicherung Ergo auf. Im gleichen Atemzug kündigte die Bank an, dass sie künftig im Vertrieb bundesweit nur noch mit der Ergo-Tochter Victoria kooperiert.

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