Übernahme des Mutterhauses sorgt für Unsicherheit
Schmidt-Bank-Rettung belastet Consors-Aktie

Die Aktien des am Neuen Markt gelisteten Online-Brokers Consors sind am Montagmorgen stark unter Druck geraten. Händler führten das auf die unsichere Situation nach Bekanntgabe der Auffanglösung für das finanziell angeschlagene Mutterhaus Schmidt-Bank zurück.

rtr/dpa-afx FRANKFURT. Die Consors-Aktien gaben in der Spitze um mehr als zwölf Prozent auf 10,80 ? nach, während der Nemax 50-Index gut vier Prozent zulegte. Aus Bankenkreisen war verlautet, dass das Auffangkonsortium die Schmidt-Bank nicht weiterführen wolle und Consors verkauft werden solle. Gespräche mit Interessenten habe es aber noch nicht gegeben. Consors teilte am Montagmorgen mit, das Geschäft der Online-Bank laufe uneingeschränkt und unabhängig wie bisher weiter.

"Die Anleger meinen anscheinend, die Aktienanteile der Schmidt-Bank würden jetzt zu jedem Preis verkauft", sagte ein Börsianer in Süddeutschland. Vor den Sanierungsbemühungen habe die SchmidtBank für die ConSors-Aktie "anscheinend den Einstandspreis zwischen 30 und 40 ? erzielen wollen." Diese Preisvorstellung sei angesichts der derzeitigen Börsenlage "natürlich jenseits von Gut und Böse gewesen."

"In den kommenden Tagen wird der Aktienkurs bestimmt stark schwanken", prognostizierte ein Händler in Frankfurt. Wesentlich sei, was die neuen Eigentümer, die die Aktienpakete durch die Sanierung der Schmidt-Bank übernommen hätten, jetzt mit den Papieren vorhätten. Deren Pläne seien derzeit vollkommen unklar. "Diese Unsicherheit vertreibt derzeit jeden Anleger", hieß es. "Warum soll ich die defizitäre Consors zu 10 ? kaufen, wenn ich zum gleichen Preis die besser aufgestellte Comdirect-Aktie bekomme", sagte der Börsianer.

"Von den großen Banken in dem Konsortium wird wohl kaum jemand daran interessiert sein, Consors zu kaufen", sagte Andreas Herzog, Aktienhändler beim Handelhaus Concord Effekten. "Die sind ja bereits in dem Markt engagiert." Der Online-Broker hatte am Morgen mitgeteilt, dass das Konsortium aus der Bayerischen Hypo-Vereinsbank, der Commerzbank, der Deutschen Bank und der Dresdner Bank sowie der Bayerischen Landesbank-Girozentrale bestehe.

Nach Einschätzung von Herzog ist außerdem zu befürchten, dass einige Kunden des Direktbrokers angesichts der unsicheren Situation abspringen und zur Konkurrenz überwechseln könnten. Auch würden möglicherweise weitere Investmentbanken die Consors-Aktien herunterstufen, fügte der Händler hinzu. Am Morgen hatte bereits die französische Bank Credit Lyonnais die Aktien auf "Verkaufen" von zuvor "Reduzieren" zurückgestuft. "Consors steht nach der Auffanglösung für ihre Muttergesellschaft Schmidt-Bank zum Verkauf. Der Verkaufsdruck ist negativ für die Performance des Aktienkurses von Consors", sagten die Analysten zur Begründung.

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