Übernahme des US-Konkurrenten SVG genehmigt
ASM Lithography wächst zum Weltmarktführer

Mit der Genehmigung der Übernahme des US-Ausrüsters für die Chipindustrie Silicon Valley Group (SVG) wächst die niederländische ASM Lithography N.V. (ASML) zum unbestrittenen Weltmarkführer vor dem japanischen Hersteller Nikon. Mit einem Marktanteil von etwa 43% erreicht ASML-Vorstandschef Doug Dunn im ersten Jahr seiner Amtszeit eines seiner strategischen Ziele. Beide Konzerne setzten vergangenes Jahr rund 3,0 Mrd. Euro um.

BRÜSSEL. Dunn will die Akquisition in wenigen Wochen umsetzen. Er will die Transaktion mit der Ausgabe neuer Aktien in Höhe von 11% des Kapitals finanzieren. ASML, mit Sitz in Veldhoven, bot im Oktober 1,8 Mrd. Euro in Aktien. Infolge von Kursabschlägen ist das Gebot nun rund 1,5 Mrd. Euro wert. Fünf Monate lang hat ASML mit der US-Aufsichtsbehörde CFIUS über den Zukauf verhandelt.

Die Niederländer bauen mit SVG ihren Absatzmarkt stark aus und bekommen Intel, den größten Chiphersteller der Welt, zum Kunden. Bisher erzielten sie 28% ihres Umsatzes in den USA. Zudem erweitert ASML mit zwei neuen Produktionstechniken von SVG das Produktportfolio. Die Hälfte der künftigen 7 500 Mitarbeiter arbeitet in den Vereinigten Staaten.

Mittelfristig sei die Übernahme auch deshalb gut, weil sich die von Dunn für die nächsten Jahre angepeilten Investitionen von 1 Mrd. Euro in die nächste Lithographie-Generation gemeinsam besser schultern ließen, meinte Analyst Eric de Graaf von ING. Überdies könne ASML angesichts der nun begrenzten Zuwachsmöglichkeiten auf dem Lithographiemarkt Wachstumschancen bei den SVG-Sparten Wärme- und Belichtungsanlagen für die Halbleiterproduktion nutzen.

Vor dem Hintergrund der Branchenbaisse erwartet de Graaf von der Übernahme zumindest kurzfristig einen leicht negativen Effekt auf die Ergebnisse. SVG mit einer ohnehin niedrigeren Gewinnmarge als ASML werde 2001 kaum Gewinn einfahren. Damit ließe sich die Gewinnverwässerung in Folge der Aktienausgabe nicht kompensieren. ASML werde etwa 160 (Vorjahr 347) Mill. Euro verdienen. Erst ab 2003 erwartet de Graaf einen positiven Ergebniseffekt. ASML muss allerdings in den kommenden sechs Monaten versuchen, die SVG-Tochter Tinsley zu verkaufen. Interessenten gibt es laut eigenen Angaben bereits. Tinsley stellt hochfeine Linsen für die Chipbranche sowie für Aufklärungssatelliten und Raketen her. Das US-Verteidigungsministerium befürchtet, diese Hochtechnologie könne in feindliche, zum Beispiel chinesische Hände kommen. Gelingt der Verkauf nicht, würde ASML künftig einer rigiden Exportaufsicht durch die US-Behörden unterliegen.

Tinsley liefert nur 2 % des SVG-Umsatzes, wird aber von Experten als Kronjuwel bezeichnet. Er könne ASML von der Abhängigkeit vom deutschen Hersteller Zeiss befreien. Vorstandschef Dunn erhielt von der US-Aufsicht CFIUS das Recht, vom Käufer Garantiezusagen für entsprechende Produkte und Dienste verlangen zu können. "Die Technologie von Tinsley bleibt verfügbar. Das ist entscheidend", sagte Analyst de Graaf.

Kommentar: Wunder-Knabe

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