Übernahme durch Easyjet platzt: Deutsche BA vor ungewisser Zukunft

Übernahme durch Easyjet platzt
Deutsche BA vor ungewisser Zukunft

Die Übernahme der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Deutsche BA durch den Billigflieger EasyJet ist geplatzt. Die vereinbarte Kaufoption werde nicht wahrgenommen, sagte Easyjet-Chef Ray Webster.

HB/dpa LONDON/MÜNCHEN. Damit steht die Deutschen BA vor einer ungewissen Zukunft. British Airways hat nach eigenen Angaben aber keine Pläne mehr für eine Schließung der Deutschen BA.

Easyjet hatte sich im vergangenen Jahr die Kaufoption gesichert und dafür bisher knapp 10 Millionen Euro gezahlt. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass sich unser Geschäftsmodell nicht auf die Deutsche BA übertragen lässt", sagte Webster der dpa. Billigflieger würden schnell wachsen und müssten daher sehr flexibel reagieren können. Dies sei aber angesichts der starren Arbeitsregelungen und der Macht der Gewerkschaften hier zu Lande kaum möglich. Zudem nutze die Lufthansa ihre Marktmacht aus und führe einen aggressiven Preiskampf. "Das ist kein Fair Play."

Das Scheitern der Übernahme hatte sich bereits vor einigen Wochen angekündigt, als es bei den Tarifverhandlungen mit den Piloten Probleme gab. Damals befürchtete die dba sogar eine Einstellung des Geschäftsbetriebs, wenn Easyjet die Option nicht ziehe. dba - Aufsichtsratschef und BA-Manager Roger Maynard sagte nun aber, es werde keine Schließung geben. "Damit besteht Sicherheit für unsere Passagiere und Mitarbeiter." Man sei nun offen für Gespräche mit anderen Investoren. Unter Umständen werde die dba aber auch Teil des British Airways-Konzerns bleiben.

Eine dba-Sprecherin nannte die Easyjet-Entscheidung enttäuschend. "Das ist ein schwieriger Moment für uns." Das Unternehmen sei bei seiner Verwandlung in einen Billigflieger aber auf dem richtigen Weg. Bei Ausbruch eines Irakkrieges könne es kurzfristig Buchungsrückgänge geben. Allerdings habe die dba ihren Focus auf den innerdeutschen Strecken, wo weniger Auswirkungen zu befürchten seien als bei internationalen Flügen.

Easyjet will in Deutschland nun aus eigener Kraft wachsen. Grundsätzlich bleibe Deutschland ein interessanter Markt, sagte Webster. Allerdings sei die Übernahme eines anderen Anbieters derzeit kein Thema. Wegen des harten Preiskampfes und der schwierigen Rahmenbedingungen rechnet Webster mit einer Konsolidierung der Branche in Deutschland.

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