Übernahme durch U.S. Steel : National Steel will Gespräche weiterführen
US-Stahlkonzern sucht Gläubigerschutz

Einer der größten US-Stahlhersteller, die National Steel Corporation, hat beim Konkursgericht in Illinois Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 eingereicht. Das Unternehmen begründete den Schritt vor allem mit extrem gefallenen Stahlpreisen und der harten Konkurrenz durch Importe. Auch die schwache Konjunktur hat dem Unternehmen den Angaben zufolge zugesetzt.

kk NEW YORK. "Während unser Kerngeschäft operativ gesund ist, haben historisch niedrige Stahlpreise und eine schwache Wirtschaft es uns unmöglich gemacht, die Schulden zu bezahlen und die für ein weiteres Wachstum nötigen Investitionen zu tätigen", begründete Hisashi Tanaka, der Vorstandsvorsitzende von National Steel, die Entscheidung, vor den Konkursrichter zu treten. Eine Gruppe von Banken habe aber bereits Kredite in Höhe von 450 Mill. $ zugesagt.

Der Konkursantrag des Stahlherstellers aus Mishawaka im Bundesstaat Indiana kommt nur einen Tag, nachdem US-Präsident George W. Bush Schutzzölle für die angeschlagene US-Stahlindustrie angekündigt hat. Die Einfuhrzölle von bis zu 30 % auf die meisten importierten Stahlprodukte lösten bereits heftige Gegenreaktionen der Europäischen Union und anderer Stahl produzierenden Länder aus.

Die amerikanische Stahlindustrie hatte in den vergangenen Jahren mit hohen Produktionskosten und billigen Importen zu kämpfen. Seit Ende 1997 haben bereits mehr als zwei Dutzend US-Stahlunternehmen Konkurs angemeldet.

Der Verlust von National Steel ist im vierten Quartal 2001 von 83 Mill. $ auf 280 Mill. $ gestiegen. Der Umsatz sank im gleichen Zeitraum von 652 Mill. $ auf 593 Mill. $. National Steel produziert jährlich rund sechs Millionen Tonnen Stahlprodukte und beschäftigt 8 400 Mitarbeiter.

Der Stahlkonzern kündigte an, dass er weiter im Geschäft bleiben will. Chapter 11 des US-Konkursrechtes bietet den Unternehmen vorübergehend Gläubigerschutz, so dass sie sich restrukturieren und sanieren können. Der National-Steel-Konzern erklärte, dass er die Gespräche mit U.S. Steel über eine Übernahme weiterführen wolle. National Steel werde jedoch auch andere Alternativen erwägen, die sich während der Restrukturierung ergeben. Die Chancen für eine Fusion mit U.S. Steel sind am Dienstag gesunken, da US-Präsident Bush sich dagegen ausgesprochen hat, dass der Staat Renten- und Krankenversicherungen für die Stahlindustrie in Milliardenhöhe unterstützt. Das war eine der Bedingungen, die U.S. Steel für die Fusion gestellt hatte.

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