Übernahme einer US-Bank
Deutsche Bank als weißer Ritter bei Wachovia im Gespräch

Die Deutsche Bank erwägt nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", in die Übernahmeschlacht um die amerikanische Filialbank Wachovia einzugreifen. Das regionale Institut mit Sitz in Atlanta, das an der Börse derzeit mit knapp 15 Mrd. $ (34,5 Mrd. DM/17,6 Mrd. ) bewertet wird, zählt mit 670 Geschäftsstellen in den Südstaaten und 3,8 Mill. Kunden zu den größten US-Banken.

dpa/rtr FRANKFURT/M. Um das Institut kämpfen die beiden Finanzhäuser First Union und Sun Trust. Beide versuchen derzeit in Zeitungsanzeigen und mit Rundfunkspots, die Wachovia-Aktionäre für sich einzunehmen. First Union will 14,3 Mrd. $ bieten, Sun Trust 14,6 Mrd. $. Wachovia favorisiert First Union. Die Aktionäre von First Union und Wachovia sollen Anfang August über den Zusammenschluss abstimmen.

Frankfurter Banker berichten, Wachovia habe sich an die Deutsche Bank um Hilfe gewandt. Die Bank solle eine Funktion als "weißer Ritter" übernehmen. Weiße Ritter treten in Übernahmekämpfen als Beschützer des angegriffenen Unternehmens auf, indem sie beispielsweise eine Sperrminorität von 25 % an der Firma erwerben. Sollte die Deutsche Bank dem US-Institut beispringen, könnten die Frankfurter im Gegenzug Zugang zum Vertriebskanal von Wachovia erhalten, mutmaßen Banker. Wachovia ziehe selbst eine komplette Übernahme durch die Deutsche Bank als mögliche Option in Erwägung, berichtet das Magazin unter Berufung auf Insider. Die Deutsche Bank lehnte jeden Kommentar ab.

Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer hatte in der Vergangenheit mehrfach angekündigt, dass er das Geschäft mit Privatkunden und die Vermögensverwaltung in den USA ausbauen will. Dass die Deutsche Interesse an Wachovia haben könnte, ist eine Möglichkeit. Der deutsche Branchenprimus ist aber vor allem am Geschäft mit vermögenden Privatkunden interessiert.

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