Übernahme-Offerte bis zum 23. Oktober verlängert
OM Gruppen erzielen Fortschritte bei LSE-Aktionären

Der Betreiber der Stockholmer Börse, OM Gruppen, hat eigenen Angaben zufolge in Gesprächen mit den Aktionären der London Stock Exchange (LSE) gute Fortschritte erzielt und seine Übernahme-Offerte bis zum 23. Oktober verlängert.

Reuters LONDON. "Unser Gebot wird jetzt als die einzige Möglichkeit anerkannt, die LSE, ihre Technologie, ihr Management und das Dienstleistungs-Niveau umzuwandeln", erklärte OM-Gruppen-Chef Per Larsson in einer Mitteilung. Er rief die LSE-Aktionäre zudem auf, bei der außerordentlichen Hauptversammlung der Londoner Börse am 19. Oktober für die Aufhebung der Anteilsbegrenzung von 4,9 % je Aktionär zu stimmen. Mit diesem Schritt würde sich die LSE für mögliche Übernahmen öffnen.

OM Gruppen nahe stehende Kreise werten das Datum der außerordentlichen Hauptversammlung am 19. Oktober als Schachzug der LSE in der Abwehr des feindlichen Übernahmeangebots des schwedischen Finanzplatzbetreibers. OM bevorzuge die Einberufung der außerordentlichen Hauptversammlung nach Ablauf der Frist für das Gebot, hieß es in den Kreisen. So könnten neue Informationen über das Gebot präsentiert werden. Nach britischen Regularien haben die Anteilsinhaber der Londoner Börse noch bis zum 10. November Zeit, über das Übernahmeangebot durch OM abzustimmen.

OM-Gruppen unterbreiteten Angebot von rund 800 Mill. Pfund

OM Gruppen hatte am 29. August ein feindliches Übernahmeangebot für die LSE im Wert von damals rund 800 Mill. Pfund unterbreitet und damit die geplante Fusion der Börsen Frankfurt und London zum Scheitern gebracht. Bislang hat die LSE das Übernahmeangebot als "völlig unangemessen" zurückgewiesen. Bis zum 2. Oktober waren 200 000 LSE-Aktien im Besitz von OM Gruppen, entsprechend 0,67 % des ausgegebenen Kapitals.

Der schwedische Börsenbetreiber bietet den Aktionären der Londoner Börse 0,65 neue Aktien der OM Gruppen zuzüglich einem Baranteil von sieben Pfund je LSE-Aktie. Dies entspricht derzeit einem Wert von 760 Mill. Pfund. Die Aktien notierten am Dienstagmorgen mit 29 Pfund.

Nach dem Angebot von OM und dem Scheitern der Börsenfusion von Frankfurt und London zu iX gibt es verschiedene Szenarien für den weiteren Weg der LSE. Spekulationen reichen von einem Gegenangebot der Frankfurter Börse, einer Offerte der aus der Fusion der Aktienmärkte Paris, Brüssel und Amsterdam hervorgegangenen Börse Euronext über ein Angebot der US-Technologiebörse Nasdaq bis zu einer Kooperation der LSE mit der Londoner Terminbörse Liffe. Ende September war Merrill Lynch als Finanzberater der LSE zurückgetreten. Es solle sichergestellt werden, dass die Aufmerksamkeit der LSE-Aktionäre nicht vom Übernahmeangebot der schwedischen OM Gruppen abgelenkt werde, hatte es zur Begründung geheißen.

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