Übernahme steht noch unter Vorbehalt der Aktionäre und Wettbewerbsbehörden
Interbrew kauft Beck für 3,5 Milliarden Mark

Nach dem Einstieg bei Diebels hat der belgische Brauereikonzern Interbrew einen weiteren Coup auf dem deutschen Biermarkt gelandet: Er kauft für 3,5 Mrd. DM die Bremer Traditionsbrauerei Beck & Co und damit vor allem ihre Hauptmarke Beck's.

afp BRÜSSEL. "Beck's ist eine besondere Premiummarke, die sowohl in Deutschland als auch in den internationalen Märkten gut aufgestellt ist", betonte Interbrew-Chef Hugo Powell am Montag in Brüssel. Dies biete ein "beträchtliches" Wachstumspotenzial.

Interbrew will seine Vertriebswege für das Bremer Produkt öffnen und so dessen Position im Ausland weiter stärken. Aber auch die regionalen Marken Haake-Beck und St. Pauli Girl sollten weiter vertrieben werden, betonte Beck-Chef Dieter Ammer in Bremen.

Für die 3,5 Mrd. DM kauft Interbrew sämtliche Anteile an Beck & Co. Damit geht die belgische Firma weiter als bei Diebels. An der nordrhein-westfälischen Alt-Brauerei hatte Interbrew Ende Juli 80 % der Anteile übernommen. Beide Deals müssen noch von den zuständigen Wettbewerbsbehörden gebilligt werden, zudem steht auch noch die Zustimmung der Beck-Gesellschafter aus. Letztere dürfte aber reine Formsache sein: Die Bremer Brauerei hatte sich im Juli überraschend selbst zum Verkauf gestellt, um Beck's auf den globalen Märkten weiter wachsen zu lassen. Als potenzielle Kandidaten nannte Geschäftsführer Ammer damals den Weltmarktführer Anheuser-Bush aus den USA, Scottish and Newcastle aus Großbritannien, South African Breweries - und eben Interbrew, die nun den Zuschlag erhielt.

Interbrew ist eigenen Angaben zufolge gemessen am Bierausstoß von jährlich über 76 Millionen Hektolitern der zweitgrößte Braukonzern der Welt. Zu den Marken des belgischen Unternehmens zählen Stella Artois, Leffe und Bass. Weltweit arbeiten 34.000 Menschen für Interbrew. Beck & Co beschäftigt 3700 Mitarbeiter, davon 1500 in Bremen. Im vergangenen Jahr wurden fünf Millionen Hektoliter Bier produziert, das bedeutete den vierten Platz in Deutschland. Dank Beck's werden etwa 60 % der Produktion ins Ausland exportiert, vor allem in die USA.

Durch das Zusammengehen mit einem der Großen im weltweiten Biergeschäft eröffnen sich für die Bremer auf dem hart umkämpften Weltmarkt neue Vertriebswege. Geschäftsführer Ammer würdigte vor allem den schnellen Abschluss der Verhandlungen mit Interbrew. Dies "verkürzt die Zeit der Unsicherheit und ist damit im Sinne des Unternehmens". Die Interbrew-Aktionäre zeigten sich allerdings nicht begeistert. An der Börse in Brüssel verlor die Aktie am Vormittag gut 1 % und stand bei knapp 30 Euro.

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