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Übernahme von Anzag durch Sanacorp nach BGH-Urteil weiter blockiertDPA-Datum: 2004-07-13 11:06:01

(dpa-AFX) Karlsruhe - Die Fusion der Pharmagroßhändler Sanacorp < Snc3.FSE > und Anzag bleibt nach einem Urteils des Bundesgerichtshofes (BGH) weiter blockiert. Der Kartellsenat des Gerichts hob am Dienstag eine Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf auf, das - gegen das Votum des Bundeskartellamts - den Zusammenschluss erlaubt hatte. Das BGH folgte damit einer Rechtsbeschwerde des Bundeskartellamts. Das OLG Düsseldorf muss den Fall nun neu verhandeln und abschließend entscheiden. Die Aktie von Sanacorp gewann bis 10.35 Uhr um 0,95 Prozent auf 16,00 Euro.

(dpa-AFX) Karlsruhe - Die Fusion der Pharmagroßhändler Sanacorp < Snc3.FSE > und Anzag bleibt nach einem Urteils des Bundesgerichtshofes (BGH) weiter blockiert. Der Kartellsenat des Gerichts hob am Dienstag eine Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf auf, das - gegen das Votum des Bundeskartellamts - den Zusammenschluss erlaubt hatte. Das BGH folgte damit einer Rechtsbeschwerde des Bundeskartellamts. Das OLG Düsseldorf muss den Fall nun neu verhandeln und abschließend entscheiden. Die Aktie von Sanacorp gewann bis 10.35 Uhr um 0,95 Prozent auf 16,00 Euro.

Sanacorp ist schon seit Jahren an der Mehrheit der Andreas Zahn AG-Noris (Anzag/Frankfurt) interessiert. Bisher hält die Gesellschaft knapp 25 Prozent. Mit Hilfe der vereinbarten Option soll diese Beteiligung auf knapp über 50 Prozent aufgestockt werden. Das Bundeskartellamt hatte den Zusammenschluss 2001 untersagt, weil das Unternehmen dadurch in mindestens drei Gebieten in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung erhielte. Im Dezember hob das Oberlandesgericht Düsseldorf die Entscheidung auf.

Eine Sprecherin von Sanacorp sagte am Dienstag, dass das Unternehmen auch nach dem BGH-Urteil die Mehrheit an der Anzag weiterhin übernehmen wolle. "Wir werden an dem Vorhaben festhalten."

Frage DER Marktstellung

Durch den Zusammenschluss würde laut Branchenschätzungen der größte deutsche Pharmahändler entstehen. Laut BGH hat das OLG nicht hinreichend geprüft, ob das Unternehmen durch einen Zusammenschluss so stark würde, dass es selbst finanzstarke Konkurrenten aus den jeweiligen Märkten fern halten könnte.

Der BGH beanstandete zudem, dass das OLG die - für die kartellrechtliche Prüfung ausschlaggebenden - regionalen Teilmärkte nicht sachgerecht gebildet habe. Das OLG hatte um die jeweiligen Niederlassungen der Großhändler gedachte Kreise mit einem Radius von 150 Kilometer gezogen, was laut BGH nicht den tatsächlichen Gegebenheiten der durch Verkehrswege und Bevölkerungsdichte geprägten regionalen Märkte entspricht.

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