Übernahme von Mannesmann durch Vodafone
Grünes Licht für Anklagen wegen Millionen-Abfindungen

In der Affäre um Millionen-Abfindungen bei der Mannesmann-Übernahme rückt ein Prozess gegen Ex-Manager und Aufsichtsräte näher. Das nordrhein-westfälische Justizministerium gab am Freitag grünes Licht für die geplanten Maßnahmen der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft. Deren Vorgehen sei rechtlich nicht zu beanstanden, teilte Justizminister Wolfgang Gerhards (SPD) mit.

HB/dpa/rtr DÜSSELDORF. Damit wird ein Prozess gegen Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser, Deutsche Bank-Vorstandschef Josef Ackermann, IG Metall-Chef Klaus Zwickel und den ehemaligen Chef des Mannesmann-Aufsichtsrats, Joachim Funk, wahrscheinlicher. Ihnen wird schwere Untreue oder Beihilfe zur Untreue vorgeworfen.

Die Staatsanwaltschaft hatte Mitte Januar nach fast zwei Jahre langen Ermittlungen ihren fast 600 Seiten starken Abschlussbericht "wegen der überragenden Bedeutung der Sache" dem Ministerium zur Prüfung vorgelegt. Sie kann das Verfahren nun abschließen und Anklage erheben. Danach wird das Düsseldorfer Landgericht entscheiden, ob es die Hauptverhandlung gegen die Wirtschaftsführer eröffnen wird.

In dem Fall geht es um Abfindungen und Prämien von mehr als 107 Millionen Euro. Das Geld soll nach der Übernahmeschlacht um Mannesmann durch die britische Mobilfunkgesellschaft Vodafone an Mannesmann-Manager, Aufsichtsräte und Pensionäre des Konzerns verteilt worden sein. Allein Esser soll rund 30 Millionen Euro erhalten haben.

Für einen Großteil der Zuwendungen, so der Vorwurf der Ermittler, habe jede Rechtsgrundlage gefehlt. Die insgesamt noch sechs Beschuldigten hatten die Vorwürfe mehrfach als unzutreffend zurückgewiesen. Esser hatte deswegen sogar das Land Nordrhein- Westfalen wegen Rufschädigung auf Schmerzensgeld und Schadenersatz verklagt. Die Übernahme im Februar 2000 war mit 188 Milliarden Euro die teuerste der Wirtschaftsgeschichte.

Ackermann sieht Fall gelassen

Der Deutsche Bank-Chef und ehemalige Mannesmann-Aufsichtsrat Josef Ackermann sieht einer möglichen Anklage im Zusammenhang mit hohen Boni-Zahlungen an ehemalige Vorstände gelassen entgegen und verteidigte erneut die von ihm und anderen Aufsichtsrats-Mitgliedern genehmigten Zahlungen. "Die Beträge waren nicht zu hoch. Ich sehe die ganze Sache gelassen", sagte Ackermann am Freitag bei der Vorlage der Geschäftszahlen der Bank 2002.

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