Übernahmeangebot an Aktionäre
Constantin einigt sich mit Großaktionär Highlight

Der Münchener Filmproduzent Constantin hat den Streit mit seinem Schweizer Großaktionär Highlight beigelegt und sich auf eine langfristige Strategie für das Unternehmen verständigt.

Reuters MÜNCHEN. Constantin-Gründer Bernd Eichinger und Highlight hätten sich auf ein gemeinsames Strategiepapier zum weiteren Wachstum der Geschäfte im In- und Ausland verständigt, erklärten die beiden Unternehmen am Donnerstag in unterschiedlichen Mitteilungen. Diese Poolvereinbarung gelte bis Ende 2013. Dazu habe Highlight sein Übernahmeangebot an die übrigen Constantin-Aktionäre auf 4,50 Euro je Aktie aufgestockt. Der Schweizer Rechtehändler dürfe aber nicht mehr als 50,1 Prozent an Constantin halten. Alle darüber hinaus erworbenen Anteile müsse Highlight über die Börse wieder verkaufen, so dass ein Streubesitz von mindestens 24,8 Prozent garantiert bleibe.

Die Constantin-Aktien, die zeitweise vom Handel ausgesetzt waren, stiegen nach der Wiederaufnahme um knapp sieben Prozent auf 4,50 Euro. Der Vereinbarung muss die Finanzaufsichtsbehörde BAFin noch zustimmen.

Highlight hatte Ende April 16,4 Prozent an Constantin von der Münchener EM.TV für 3,60 Euro je Aktie gekauft und ihren Anteil dadurch auf 41,4 Prozent aufgestockt. Nach deutschem Aktienrecht muss Highlight nun den übrigen Aktionären ein Abfindungsangebot machen. Bei Constantin und Regisseur Eichinger, der 25,1 Prozent an dem Münchener Unternehmen hält, hatte das die Furcht vor einer Kontrolle des Geschäfts und der langfristigen Strategie durch Highlight ausgelöst. Nach Branchenkreisen verhandelte Constantin bereits mit möglichen weiteren Investoren, um eine feindliche Übernahme abzuwehren.

Highlight muss Kaufpreis an EM.TV nachbessern

Constantin-Vorstandschef Fred Kogel begrüßte den Entschluss: "Das vereinbarte Strategiepapier sichert die Fortsetzung der erfolgreichen Unternehmensentwicklung", erklärte er. Die in Erwägung gezogenen Abwehrmaßnahmen gegen eine Übernahme durch Highlight würden nicht mehr weiterverfolgt. Allerdings halte der Vorstand auch den erhöhten Angebotspreis noch nicht für angemessen. Highlight wollte den Aktionären nach Angaben aus Branchenkreisen ursprünglich nicht mehr als die an EM.TV gezahlten 3,60 Euro anbieten. Nun muss Highlight auch den Preis für die Beteiligung des Münchener Rechtehändlers auf 4,50 Euro aufbessern, bestätigte ein EM.TV-Sprecher. Dem Unternehmen flößen dadurch knapp zwei Millionen Euro mehr zu.

Eichinger behalte auch bei einer möglichen künftigen Verwässerung seines Anteils eine Sperrminorität und seinen Vorsitz im Aufsichtsrat von Constantin, hieß es zu weiteren Einzelheiten der Vereinbarung. Der Regisseur habe außerdem ein Vorkaufsrecht auf das Highlight-Aktienpaket.

Highlight-Verwaltungsratchef Bernhard Burgener verlasse den Aufsichtsrat. Künftig dürften Highlight drei, und Eichinger zwei Vertreter für das Gremium vorschlagen. Ein sechstes Mitglied werde gemeinsam bestimmt.

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