Übernahmeangebot von 23 Mrd. Euro
Freie Bahn für die Allianz

Die Allianz AG hat gestern ihr Angebot für die Übernahme der Dresdner Bank vorgelegt. Nach der Zustimmung der beiden Aufsichtsräte am Wochenende ist nun der Weg frei für den ersten deutschen Allfinanzkonzern von Weltgeltung. Einer Mitteilung der beiden Unternehmen zufolge bekommen Dresdner-Aktionäre für je 10 eigene Aktien ein Allianz-Wertpapier und 200 Euro in bar. Mehr als die Hälfte der Dresdner-Bank-Aktien befindet sich in Streubesitz.

fs/kun/rob FRANKFURT/M. Der Gesamtwert des Übernahmeangebots beträgt rund 23 Mrd. Euro. Die Marktkapitalisierung des Konzerns beträgt etwa 110 Mrd. Euro, das verwaltete Vermögen beläuft sich auf mehr als eine Billion Euro. Die Übernahme führt zu einer weiteren Entflechtung der so genannten Deutschland AG, der umfangreichen gegenseitigen Beteiligungen in der Finanzbranche. So reduzieren Allianz und Münchener Rück in einem Ringtausch ihre Überkreuzbeteiligung im Jahr 2002. Die Allianz verkauft ihre Anteile an der Hypo-Vereinsbank an den Münchener Rückversicherer, der künftig die Sperrminorität an der Bank hält. Damit entsteht eine zweite Allfinanz-Säule von Weltrang auf deutschem Boden.

"Unsere Aktionäre werden nicht zur Kasse gebeten", sagte der Allianz-Vorstandsvorsitzende Henning Schulte-Noelle. Zwar erhöht die Allianz zur Finanzierung der Übernahme ihr Kapital. Doch bereits im kommenden Jahr werde die Transaktion über einen Rückkauf von bis zu 3,5 % der eigenen Aktien wieder rückgängig gemacht. Nur so bleibt die Transaktion für die Allianz steuerfrei.

Dresdner Kleinwort Wasserstein soll an die Börse

Die Investment-Bank-Tochter Dresdner Kleinwort Wasserstein erhalte rechtliche Selbstständigkeit. Sie werde jedoch nicht unmittelbar in die Allianz-Holding aufgenommen, sondern bleibe eine Tochter der Dresdner Bank. Die Mitarbeiter werden nach Informationen des Handelsblatts ab Sommer an der Investment-Bank beteiligt. Auf mittlere Sicht gehen Bankenkreise von einem Börsengang aus.

Wie es am Sonntag ebenfalls hieß, wird die Münchener Rück ihren Anteil an der Versicherungsgesellschaft Ergo von derzeit 62,9 auf 95 % aufstocken. Den Aktionären werde dafür ein kombiniertes Aktien-Barangebot mit Münchener-Rück-Papieren offeriert. Die restlichen 5 % an Ergo halte künftig die Hypo-Vereinsbank.

Die Asset-Management-Gesellschaft der Dresdner, der Deutsche Investment Trust (DIT), soll als Marke erhalten bleiben. Der bisherige Dresdner-Vorstandssprecher und künftige stellvertretende Vorstandsvorsitzende Bernd Fahrholz werde sämtliche Bankbereiche außer dem Investment-Banking verantworten. Neben dem DIT zeichnet er für die Fondsgeschäfte im Privatkundenbereich verantwortlich. Zudem steht er an der Spitze der Allianz Leben. Die Allianz und Dresdner erreichen zusammen mehr als 20 Mill. Privatkunden.

Spekulationen um eine weitere Übernahme auch von Consors

Aus Finanzmarktkreisen verlauteten Spekulationen, die Allianz werde sich zusätzlich den Nürnberger Direktbroker Consors einverleiben. Entsprechende Gespräche seien bereits mit der Schmidt-Bank geführt worden, die mit mehr als zwei Dritteln Hauptaktionär von Consors ist. Die Nürnberger sind durch die anhaltende Börsenschwäche in der jüngsten Vergangenheit stark unter Druck gekommen. Auf Seiten des Direktbrokers Consors wollte man sich zu den Spekulationen nicht äußern.

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