Übernahmegerücht beflügelt Metro
Irak-Krise belastet Dax

Die Irak-Krise drückt die deutschen Börsen weiter in die Tiefe. Erst nach der Veröffentlichung besser als erwartet ausgefallener US-Konjunkturdaten konnte der Leitindex seine anfänglichen Verluste etwas verringern.

HB/dpa FRANKFURT. Der Dax fiel am Dienstag um 1,41 Prozent auf 2873,21 Punkte. Im Handelsverlauf war er bis auf 2774 Punkte eingebrochen. Der deutsche Leitindex hatte erst am Montag erstmals seit Januar 1997 unter der Marke von 3000 Punkten geschlossen. Am Neuen Markt fiel der Nemax 50 am Dienstag um 5,06 Prozent auf 344,28 Punkte. Der MDax der mittleren Werte fiel um 2,80 Prozent auf 2874,38 Zähler. Händler sahen den Grund in der Besorgnis angesichts eines möglichen Militärschlags gegen den Irak.

Die wenigen Gewinner im Dax führte die Aktie des Handelskonzerns Metro an, die nach unbestätigten Marktgerüchten über Übernahmepläne seitens des weltgrößten US-Branchenriesen Wal-Mart um 7,82 Prozent auf 18,88 Euro stieg.

Aktien der Versicherer standen europaweit unter Druck. Die Unternehmen seien nicht nur stark vom Einbruch an den Finanzmärkten betroffen, hieß es im Handel. Es sei auch mit Kapitalerhöhungen zu rechnen, bei denen neue Aktien ausgegeben werden sollen. Zudem bereinigten Fondsgesellschaften zum Quartalsende ihre Portfolios. "Da müssen die Werte raus, die am schlechtesten abgeschnitten haben", sagte ein Händler. Die Versicherer zählten dazu. In Frankfurt verloren Aktien der Münchener Rück 7,87 Prozent auf 111,20 Euro. An der Börse kursierten Gerüchte, dass die Allianz zwölf Millionen Aktien des Rückversicherers am Markt platziere. Allianz-Papiere legten 1,01 Prozent auf 96,60 Euro zu. Die Lufthansa-Aktie verlor 4,11 Prozent auf 9,80 Euro.

Händler führten dies auf den Vorschlag der EU-Kommission zurück, die staatlichen Garantien für Europas Fluggesellschaften spätestens Ende Oktober auslaufen zu lassen. Auch Aktien anderer europäischer Fluggesellschaften verzeichneten daraufhin Kursverluste, darunter Alitalia, Air France und KLM.

Die Infineon-Aktie fiel um 3,46 Prozent auf 6,42 Euro. Die Befürchtung, der US-Konkurrent Micron Technology werde mit seinen Geschäftszahlen am Abend den Markt erneut enttäuschen, verarbeiten die Anleger bei Infineon schon jetzt, sagte ein Händler.

Die am Nachmittag vorgestellten Daten zum US-Verbrauchervertrauen waren etwas besser ausgefallen als erwartet. Dennoch ist der vom Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board erhobene Index im September den vierten Monat in Folge gefallen.

Der Euro setzte sich nach einem Auf und Ab stabil über der Marke von 0,98 Dollar fest. Am Abend kostete die europäische Gemeinschaftswährung 0,9812 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte zuvor den Referenzkurs auf 0,9828 (Montag: 0,9831) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,0175 (1,0172) Euro.

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