Übernahmegespräche gehen weiter
Rewe übernimmt Standorte der Brinkmann-Kette

Der geplante Verkauf der insolventen Hamburger Kaufhaus-Kette Brinkmann ist gescheitert. "Kein Interessent hat sich letztlich bereit erklärt, alle oder nahezu alle Standorte weiterzuführen", erklärte der Insolvenzverwalter Burckhardt Reimer am Mittwoch in Hamburg.

dpa HAMBURG. Der letzte potenzielle Käufer habe am Sonntag eine Absage erteilt. Damit ist für den größten Teil der Technik-Kette die Zukunft nach wie vor ungewiss.

Als Teilerfolg konnte Reimer vermelden, dass der Rewe-Konzern elf Brinkmann-Standorte übernehmen wird. Damit gehen 460 von zuletzt noch weniger als 3 000 Arbeitsplätzen ohne Einschränkungen an Rewe über, heißt es in der Mitteilung des Insolvenzverwalters. Der Kölner Konzern übernimmt danach die Technik-Märkte in Dortmund Dortmund-Oespol, -Aplerbeck, Elmshorn, Erfurt, Flensburg Fördepark, Gera, Hamburg-Hamm, Hamburg-Harburg, Osnabrück, Rostock und Schwerin.

Schliessung vier weiterer Standorte

Vier weitere Standorte mit 243 Arbeitsplätzen werden zum 31. Januar des kommenden Jahres geschlossen. Dabei handele es sich um Dortmund-City, Kiel, Lübeck-Innenstadt und Wuppertal. Diese Maßnahme sei unumgänglich gewesen, weil sich die jeweiligen Mietverhältnisse nicht verlängern ließen, erklärte Reimer. Im Sanierungsprozess seit Februar dieses Jahres hatte der Hamburger Rechtsanwalt bereits 8 von 40 Brinkmann-Märkten geschlossen. Die Zahl der Beschäftigten sank von ungefähr 4 500 auf weniger als 3 000. Präzise Zahlen ließen sich in dem vielfältig verschachtelten Brinkmann-Imperium aus 46 Einzelfirmen, die überwiegend den Nachfahren des Firmengründers gehörten, nicht ermitteln.

Für die verbleibenden 17 Brinkmann-Kaufhäuser gehen die Gespräche mit zwei ernsthaften Übernahme-Interessenten weiter, heißt es in der Mitteilung. Die größten Brinkmann-Standorte wie zum Beispiel in Hannover und der Hamburger City sind damit noch nicht verkauft. Der Gläubigerausschuss habe jedoch zugestimmt, auf Grund des positiven Verlaufs der bisherigen Verhandlungen die Entscheidung bis Ende Oktober zu vertagen.

"Kein Interessent war bereit, die Verantwortung zu übernehmen"

Bei den Absagen von potenziellen Kaufinteressenten haben nach Reimers Worten konkrete Standortbedingungen und finanzielle Gründe keine große Rolle gespielt. "Wesentlicher Grund war vielmehr, dass trotz der durchgeführten Sanierungen der einzelnen Unternehmen der Brinkmann-Gruppe kein Interessent bereit war, in der jetzigen Zeit im Einzelhandel die alleinige oder zusätzliche Verantwortung für ein Unternehmen dieser Größe zu übernehmen", erklärte der Insolvenzverwalter. Damit spielte er auf die schwache Konjunktur und bescheidene Ertragslage im Einzelhandel an.

Die technische Kaufhaus-Kette Brinkmann hatte im Februar dieses Jahres Insolvenz angemeldet, nachdem sie ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen konnte. Im Insolvenzverfahren stellte sich schweres Missmanagement der Firmeninhalber Robert und Ellen Meyer heraus, die voraussichtlich mit ihrem Privatvermögen für die Pleite haften müssen. Die verschiedenen Unternehmen der Gruppe, die annähernd 2 Mrd. DM umsetzten, sollen mit 270 Mill. DM verschuldet sein.

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