Übernahmephantasie bei Beiersdorf
Konjunkturtief belastet Kosmetiktitel

Die gerade vorgelegten Zahlen der MDax-Aktien Beiersdorf, Wella und Douglas haben die Analysten enttäuscht. Die Kosmetik- und Konsumkonzerne leiden unter der Konsumflaute und den trüben Konjunkturaussichten in Deutschland. Dennoch sehen Beobachter für alle drei Werte Kurschancen.

FRANKFURT/M. Die gerade vorgelegten Zahlen der MDax-Aktien Beiersdorf, Wella und Douglas haben die Analysten enttäuscht. Die Kosmetik- und Konsumkonzerne leiden unter der Konsumflaute und den trüben Konjunkturaussichten in Deutschland. Dennoch sehen Beobachter für alle drei Werte Kurschancen.

Beiersdorf legte am Dienstag als erstes der drei Unternehmen seine Zahlen vor und sorgte für negative Überraschungen: Der Vorstandsvorsitzende Rolf Kunisch musste seine Umsatzprognose für 2002 nach unten korrigieren. Der Konzern will im laufenden Geschäftsjahr nur um rund 4 Prozent auf 4,7 Mrd. Euro wachsen. Bislang rechnete der Vorstand mit einem Umsatzanstieg auf 4,75 Mrd. Euro.

Da diese Zahlen unter ihren Erwartungen lagen, nehmen einige Analysten wie Petra Meyer von Sal. Oppenheim und Thomas Jökel von Union Investment nun gegenüber Beiersdorf eine neutrale Haltung ein. Trotz der Konsumflaute und der weiterhin notwendigen Umstrukturierungen im Tesabereich sieht Jökel aber auch gute Kurschancen für den Titel - aufgrund von Übernahmephantasie. Derzeit hält die Allianz über 40 Prozent an dem Konzern, und es gebe einige Spekulationen über mögliche Übernahmeangebote, zum Beispiel von den Tchibo-Eignern, von L?Oréal oder Johnson & Johnson. Diese Übernahmeangebote könnten bis zu 25 Prozent über dem aktuellen Kurs von Beiersdorf, also rund 92 Euro, liegen und den Titel nach oben treiben. Zum Kauf rät Jökel aber erst bei einem Kurs unter 80 Euro.

Enttäuscht waren viele Analysten auch von den Zahlen, die Wella für die ersten sechs Monaten 2002 bekannt gab. Zwar steigerte der Konzern seinen Umsatz um 5,5 Prozent, doch der Konzerngewinn sank von 46,5 auf 31,4 Millionen Euro. Michael Winkler von WestLB Panmure betont allerdings, es sei erstaunlich, dass die Gesellschaft weiterhin hohe Margen im Frisörgeschäft erziele. Hinter L?Oréal belegt Wella weltweit den zweiten Platz in diesem Segment.

Es sei zwar richtig, dass das Konsumgeschäft schwach gewesen sei; Wella habe in dieser Sparte Probleme, an die Margen der größeren Konkurrenten wie Beiersdorf oder L?Oréal heranzukommen. Allerdings könnten sich hier langfristig gute Wachstumschancen eröffnen - durch mögliche Kooperationen mit anderen Unternehmen. Daher erwartet er eine Kursentwicklung über dem Marktdurchschnitt.

Gute Aussichten auf langfristiges Wachstum und hat nach Ansicht von Karina Gundermann von der Bankgesellschaft Berlin auch Douglas - obwohl die schlechte Stimmung im Einzelhandel das Unternehmen dazu veranlasste, die Gewinn- und Umsatzprognosen für dieses Jahr nach unten zu revidieren. Denn die Gesellschaft strebe eine rege Expansion ins europäische Ausland an, darunter unter anderem nach Frankreich, Spanien, Italien, Österreich und in die Schweiz sowie die Niederlande. Und im deutschen Parfumgeschäft sei das Unternehmen gut positioniert, sagt Gundermann. Ihrer Ansicht nach sollte der Konzern allerdings sein Sortiment im Schmuckbereich optimieren. Daher bleibt sie momentan noch bei ihrem Urteil "Halten" - während etwa Credit Lyonnais zum Kauf rät.

Fazit: Trotz Konsum- und Konjunkturflaute gibt es gute Gründe, um bei Beiersdorf, Wella und Douglas Kursgewinne zu erwarten. Auf der sicheren Seite ist aber nur der, der abwartet, bis der Handel wieder richtig in Schwung gekommen ist.

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