Übernahmeschlacht
Peoplesoft verbessert Angebot für J.D.Edwards

Zur Abwehr einer feindlichen Übernahme durch seinen Konkurrenten Oracle will der US-Softwarekonzern Peoplesoft sein Übernahmeangebot für J.D.Edwards mit Barmitteln attraktiver machen.

Reuters PALO ALTO. Peoplesoft teilte am Montag mit, das Angebot für den Mitbewerber J.D.Edwards bis zur Hälfte des Übernahmevolumens von insgesamt rund 1,75 Mrd. Dollar in bar zu bezahlen. Auf diese Weise müssen lediglich rund 52,6 Millionen neue Aktien ausgegeben werden - ein Volumen, bei dem eine Abstimmung der Aktionäre nicht nötig ist und der Abschluss beschleunigt würde. Oracle, der weltweit zweitgrößte Software-Konzern und Konkurrent der deutschen SAP AG, kündigte an, die Pläne von Peoplesoft änderten nichts an dem Vorhaben, Peoplesoft direkt von dessen Aktionären zu kaufen.

Peoplesoft ist derzeit bemüht, die angekündigte feindliche Übernahme durch Oracle zu vereiteln. Oracle hatte nur wenige Tage nachdem Peoplesoft Pläne zum Erwerb von J.D. Edwards vorgelegt hatte, angekündigt, Peoplesoft zu kaufen. Mit dem Schritt will Oracle auch SAP in dessen Kerngeschäft Unternehmenssoftware stärker angreifen. Peoplesoft hatte das Kaufangebot von Oracle scharf zurückgewiesen. Beide Seiten bekriegen sich inzwischen in Zeitungsanzeigen.

Peoplesoft begründete das neue Angebot für J.D.Edwards damit, dass Anleger oftmals Bargeld einer Bezahlung in Form von Aktien vorziehen würden. Die ursprüngliche Offerte von Peoplesoft für J.D. Edwards von Anfang Juni sah einen reinen Aktientausch vor. Das Unternehmen hatte 0,86 Peoplesoft-Aktien für je einen J.D.Edwards-Anteilsschein geboten.

Die neue Offerte bietet Peoplesoft die Möglichkeit, schneller zum Ziel zu kommen als bei dem ursprünglichen Angebot für die Übernahme, deren Abwicklung bis zu vier Monate hätte in Anspruch nehmen können. "Peoplesoft ist plötzlich halb schwanger", kommentierte der Analyst Paul Crisci von Broadview International die neue Bargeldofferte.

"Nun liegt es wieder bei Oracle zu handeln", sagte Analyst Charles di Bona von Sanford C. Bernstein. Zwei Fonds-Manager, die namentlich nicht genannt werden wollten und deren Fonds Peoplesoft-Aktien halten, sagten der Nachrichtenagentur Reuters, Oracle müsse sein Angebot für Peoplesoft-Aktien auf mindestens 20 Dollar erhöhen, um die Aktionäre von der Übernahme zu überzeugen. Bislang hatte Oracle 16 Dollar je Aktie geboten.

An der Nasdaq verloren die Peoplesoft-Titel am Montag 17 Cent auf 16,75 Dollar. J.D.Edwards-Aktien stiegen um 73 Cent auf 13,77 Dollar und Oracle um 17 Cent auf 13,65 Dollar.

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