Übernahmeschlacht um Betreiber von Holiday Inn, Interconti und Crown Plaza: Pub-König greift Hotel-Imperium an

Übernahmeschlacht um Betreiber von Holiday Inn, Interconti und Crown Plaza
Pub-König greift Hotel-Imperium an

In Großbritannien bahnt sich eine der größten Übernahmeschlachten der vergangenen Jahre an: Eine Investmentgruppe um den britischen "Pub-König" Hugh Osmond will den Betreiber der Hotelketten Interconti, Crown Plaza und Holiday Inn, die britische Six Continents (6C), übernehmen und weitgehend zerschlagen. Das 6C-Management wies die Offerte zurück. Weitere Bieter für die weltweit zweitgrößte Hotelkette stehen in den Startlöchern.

and LONDON. Nach wochenlangen Spekulationen in der Presse legte gestern Osmonds Firma CMI eine Offerte im Wert von rund 7,4 Mrd. Pfund (10,8 Mrd. Euro) für 6C vor. 6C betreibt weltweit 3 300 Hotels und zählt mit 63 Häusern auch in Deutschland zu den Großen der Branche. Außerdem gehört dem Unternehmen die Softdrink-Gruppe Britvic.

Osmond ist vor allem an den 2 100 Gaststätten von Six Continents interessiert und will die Hotels rasch weiterreichen. Auch andere Bieter haben Interesse an 6C. In der Branche ist bekannt, dass der Hotelbetreiber Hilton bereits die Deutsche Bank und UBS Warburg beauftragt hat, die 6C-Hotels zu bewerten. Die Konkurrenten Marriot und Accor sollen ebenfalls Interesse haben. Um die Pubs dürften sich auch Private-Equity-Firmen und Banken - allen voran die WestLB - bemühen. Die WestLB ist über ihre Tochter Pubmaster bereits einer der größten Gaststättenbetreiber Englands.

Osmond kritisierte das 6C-Management scharf. Die Strategie von Chairman Ian Posser sei nichts anderes als "Geldvernichtung", so Osmond gestern: "Six Continents hat ganz klar über einen lang anhaltenden Zeitraum beharrlich den Firmenwert vernichtet."

Damit will der Unternehmer, der von Lehman Brothers und Credit Suisse First Boston unterstützt wird, die Aktionäre für sich gewinnen. Unter ihnen gibt es nämlich einigen Unmut: Wegen der Flaute im Hotelbereich ist der 6C-Aktienkurs binnen Jahresfrist um gut ein Drittel auf 470 Pence gefallen. Seit den ersten Berichten über eine mögliche Übernahme war er auf 600 Pence gestiegen, gestern fiel er auf 593 Pence. An der Londoner Börse hieß es, der Kursverlust verdeutliche, dass Osmond sein Angebot nachbessern müsse. "Ich glaube, die Leute wollen mehr Geld sehen", sagte Stuart Fraser, Fondsmanager von Grewin Dolphin.

Osmonds Firma CMI lockt die Aktionäre mit zwei Möglichkeiten: entweder einer Übernahme auf Basis von Aktien. Dabei entspricht das vorgelegte Angebot einem Preis von 648 Pence pro Aktie. Alternativ sei eine Mischung aus Aktien und Bargeld möglich. Diese Offerte liegt etwas unter der ersten Variante. Osmond stellt sich auf eine lange Schlacht ein. "Ich bin sicher, das wird ein langer Kampf", so der Manager gestern, "aber es wird auch ein spannender."

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