Übernahmewelle könnte bevorstehen
Drei Übernahmekandidaten unter der Lupe

Nach Ansicht von Experten laufen vor allem Werte aus der zweiten Reihe Gefahr, zu Übernahmezielen zu werden. Aber auch Dax-Werte üben auf potentielle Aufkäufer Anziehungskraft aus.

Commerzbank gilt als Einstiegskandidat

Die Ausgangslage im deutschen Finanzbereich ist eindeutig. "Deutschland ist der größte Markt in Europa, und wer ein Global Player sein will, muss dort vertreten sein", erläutert Analyst Frédéric Bourgeois von Natexis Capital. All zu viel Auswahl gibt es dabei nicht. Die Commerzbank gilt von der Größe und der Präsenz her für das Gros der Analysten fast als einziger geeigneter Einstiegskandidat. Zudem liegt das Kurs-Buchwert-Verhältnis bei 0,9. Das heißt, ein Euro des Commerzbank Eigenkapitals wird derzeit an der Börse nur mit 90 Cent bewertet.

Die Schar möglicher Interessenten ist groß. Als erste Adressen gelten britische, französische oder spanische Banken. Allerdings sollte der Aufkäufer dabei das Management auf seiner Seite haben, wie der misslungene Einstiegsversuch der Investmentgesellschaft Cobra gezeigt hat.

K+S ist ein ideales Übernahmeopfer

Ein ruhiges Branchenumfeld, stabile Umsätze und Gewinne, ein hoher Cash-flow und nur ein Großaktionär, der gerade mal 17 Prozent aller Aktien hält - so sieht grundsätzlich das ideale Übernahmeopfer aus. Allerdings: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 10 (auf Basis des laufenden Geschäftsjahres) ist K + S, Produzent von chemischen Basisprodukten, nicht gerade billig.

Dennoch: Für das laufende Jahr erwarten die Analysten der SEB eine Verbesserung der Profitabilität. Zudem sollen die Vernetzung der verschiedenen Geschäftsbereiche sowie zunehmende Synergieeffekte der zuletzt getätigten Akquisitionen die Gesamtkapital-Rentabilität mittelfristig auf ein zweistelliges Niveau anwachsen lassen. Das weckt auch die Begehrlichkeit eines weniger profitablen Aufkäufers. Die SEB-Analysten stufen die K+S-Aktie mit "buy" ein.

Bilfinger & Berger ist für Aufkäufer attraktiv

Im direkten Vergleich zum Branchenkonkurrenten Hochtief kann Bilfinger & Berger einige Vorteile in die Waagschale werfen, die ein potenzieller Aufkäufer in seinem Kalkül berücksichtigen dürfte. So ist Bilfinger etwas schlanker aufgestellt. Eine Integration in einen großen ausländischen Baukonzern wäre somit einfacher und damit weniger risikoreich als bei Hochtief möglich - das ist zumindest die Meinung vieler Analysten.

Die Dresdner Bank hat bereits signalisiert, dass ihr Paket (mehr als 25 Prozent) grundsätzlich zur Disposition steht, zumal andere industrielle Beteiligungen vergleichsweise bessere Margen bringen. Interessanter Nebeneffekt: Sollte wirklich ein Aufkäufer auf den Plan treten, dürfte auch das knapp 30-prozentige Aktienpaket, das Bilfinger an Buderus hält, zum Verkauf stehen und damit ebenfalls für eine Spekulation gut sein.

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