Überprüfung der Flugzeugflotte
Fliegern von Thomas Cook droht Stillegung

Der Reisekonzern Thomas Cook AG überprüft wegen Überkapazitäten den Bestand seiner Flugzeugflotte. Ob und wieviele der 47 Maschinen der Fluggesellschaft Condor möglicherweise stillgelegt werden, steht nach Konzernangaben allerdings noch nicht fest.

Reuters OBERURSEL/HANNOVER. Cook-Sprecher Boris Ogurski wies am Donnerstag einen Bericht der "Bild"-Zeitung zurück, wonach im kommenden Jahr nur noch 39 statt Condor-Maschinen fliegen sollten. "Richtig ist, dass wir Überkapazitäten haben", sagte Ogurski. Diese resultierten vor allem aus der schwachen Nachfrage in Deutschland für Urlaubsziele in Europa.

Bei den derzeitigen Beratungen über die Budgetplanungen für das kommende Jahr lägen aber mehrere Szenarien auf dem Tisch. "Eine Entscheidung gibt es noch nicht. Die Verkleinerung der Flotte kann eine Möglichkeit sein. Aber es ist nichts beschlossen", fügte Ogurski hinzu.

Die in diesem Jahr besonders schwache Reiselust bei Urlaubern in Deutschland, wo der Rückgang gegenüber dem Vorjahr branchenweit bisher auf zehn bis 15 Prozent geschätzt wird, soll sich nach Experten-Prognosen auch im kommenden Jahr nur leicht bessern. Einen weiteren Dämpfer gerade bei Fernreisen erwartet die Touristikwirtschaft in Folge der jüngsten Bombenanschläge in Urlaubszentren der indonesischen Ferieninsel Bali.

Andere große Charterfluggesellschaften in Deutschland haben derzeit nach eigenen Angaben trotz der geringen Reiselust keine Überkapazitäten. Weltmarktführer TUI erklärte, seine deutsche Fluggesellschaft Hapag-Lloyd sei "gut bis sehr gut ausgelastet". Im August habe man vorübergehend eine zusätzliche Maschine aktivieren müssen. "Unser Modell, nicht nur mit konzerneigenen Flugzeugen zu fliegen, hat sich bewährt", sagte TUI-Sprecher Herbert Euler. Die TUI-Veranstalter fliegen aus Deutschland zu einem guten Drittel mit anderen Fluggesellschaften, bei Langstrecken ausschließlich mit Condor und LTU.

Bei LTU in Düsseldorf verwies Sprecher Marco Dadomo auf den schon seit 2000 kontinuierlich laufenden Kapazitätsabbau von einst 34 auf 24 Flugzeuge bis Mitte 2003. Derzeit verfüge LTU durchschnittlich über 26 Maschinen, die gut ausgelastet seien. Für das kommende Jahr zeichneten sich derzeit keine Probleme ab. Auch bei den für LTU wichtigen Fernreisen nach Amerika oder Asien gebe weder von den Veranstaltern des mit LTU verbundenen Rewe-Konzerns noch von anderen Veranstaltern wie etwa der TUI eine Rücknahme bereits gebuchter Kontingente, sagte Dadomo.

Informationen der "Bild"-Zeitung, wonach Condor im kommenden Winter Langstreckenverbindungen unter anderem nach Kuba und Bangkok einstellen werde, wies Cook-Sprecher Ogurski zurück. Für beide Ziele seien im kommenden Winter im Vergleich zum Vorjahr zusätzliche Flüge geplant pro Woche geplant. "Die Langstrecke bei Condor läuft gut. Wir haben für den Winter gute Buchungseingänge zu verzeichnen", sagte der Sprecher.

Thomas Cook als gemeinsame Tochter der Konzerne Lufthansa und Karstadt-Quelle fliegt allerdings im Gegensatz zu Tui rund 90 Prozent seiner Kunden mit konzerneigenen Condor-Maschinen. Nach Ansicht von Branchenexperten hat Condor deshalb bei Nachfrageschwankungen seiner eigenen Veranstalter eher Probleme mit der Auslastung als andere Fluggesellschaften, die flexibler auf solche Schwankungen reagieren können.

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