Überprüfung der Kursbarometer des Neuen Marktes
Deutsche Börse nimmt ihre Indizes unter die Lupe

rtr FRANKFURT. Die Deutsche Börse wird am Dienstag turnusgemäß einige ihrer Aktien-Indizes auf mögliche Änderungen hin unter die Lupe nehmen. Auf dem Plan steht in erster Linie eine Überprüfung der Kursbarometer des Neuen Marktes und des Kleinwerte-Segments Smax. Im Nemax50-Index des Wachstumsmarktes deuten sich den Daten der Börse zufolge erneut mehrere Auswechslungen an. Außerplanmäßig könnte der zuständige Arbeitskreis Aktienindizes auch einen Aufsteiger für den Nebenwerte-Index MDax benennen, da dort durch die Fusion von Degussa-Hüls und SKW Trostberg schon bald ein Platz frei werden könnte. Mit einem Beschluss zur Aufnahme der Deutschen Post in den Deutschen Aktienindex (Dax) rechnen Experten dagegen noch nicht.

Der vorwiegend aus Analysten bestehende Arbeitskreis Aktienindizes kommt regelmäßig zusammen, um die Zusammensetzung der Frankfurter Kursindizes zu überprüfen. Maßgeblich für eine Aufnahmen in eines der Barometer ist die Marktkapitalisierung - also der Börsenwert der Firmen - und der Börsenumsatz. Jeden Monat veröffentlicht die Deutsche Börse AG Ranglisten zu diesen beiden Werten, auf deren Basis dann mögliche Auswechslungen ermittelt werden. Das wichtigste Barometer, der Dax, steht nur einmal im Jahr auf dem Prüfstand. Bei außerordentlichen Ereignissen wie Fusionen oder Börsengängen kann der Arbeitskreis jedoch auch neben diesem Termin Änderungen vornehmen.

Bis zu 10 Titel könnten im Nemax 50 ausgewechselt werden

Beim Großwerte-Index Nemax50 des Neuen Marktes könnten gemäß der vor knapp zwei Wochen veröffentlichten Oktober-Rangliste der Deutschen Börse bis zu zehn Titel ausgewechselt werden. Da die Papiere an dem Wachstumssegment äußerst wechselhaft gehandelt werden, also sehr "volatil" sind, können sich Börsenumsatz und Marktkapitalisierung unter Umständen in kurzen Abständen deutlich ändern. Um in das Kursbarometer aufzusteigen, muss ein Unternehmen sowohl bei Börsenwert und-umsatz zu den 60 größten Gesellschaften gehören. Aus dem Index herausgenommen werden können dagegen Firmen, die bei einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den größten 60 zählen. Wirksam würden etwaige Auswechslungen zum nächsten Verfallstag am Terminmarkt ("Verkettungstermin"), also dem dritten Freitag im Dezember.

Den Daten zufolge könnten unter anderem MorphoSys, MediGene und ACG in den Nemax50 aufsteigen. Die Herausnahme dafür droht Pfeiffer Vacuum, Constantin AG und Gauss Interprise AG. Eine theoretische Aufstiegschance haben auch SAP Systems Integration, GPC Biotech, Lion Bioscience, Comroad, Entrium Umweltkontor Renewable Energy, Dialog Semiconductor sowie CyBio. Demgegenüber abstiegsgefährdet sind edel music, Teles, Primacom, Infomatec, TelDaFax Intertainment sowie SER Systeme. Mit Blick auf den voraussichtlich frei werdenden Platz im MDax gehen Analysten davon aus, dass die Börse einen sogenannten Vorratsbeschluss fällen könnte. Dies bedeutet, dass der Arbeitskreis einen Nachfolger für die bisher noch in dem Nebenwertindex gewichtete SKW Trostberg AG nominieren könnte. Hoffnungen auf eine Aufnahme in das zweitwichtigste Kursbarometer für Standardwerte können sich die Firmen machen, die bei Marktkapitalisierung und Börsenumsatz zu den 70 größten zählen. Zwar erfüllte auf der jüngsten Rangliste der Deutschen Börse kein Unternehmen diese Auflage; über kurz oder lang muss der Arbeitskreis die frei werdende Lücke aber schließen. Beste Chancen auf eine Aufnahme in den MDax haben den Daten zufolge TFG Venture Capital und CargoLifter, die der "70/70-Hürde" zurzeit am nächsten kommen.

In Sachen Deutsche Post gehen Finanzmarktexperten entgegen der Erwartung mancher Beobachter nicht davon aus, dass die Börse bereits am Dienstag eine Entscheidung bekannt geben wird. Die Post, deren Aktien am 20. November erstmals in den Handel aufgenommen werden sollen, wird zwar aller Voraussicht nach genügend Gewicht für den Dax aufbringen. Dem Aufstieg der "Aktie Gelb" in die höchste Deutsche Börsenliga steht jedoch die Börsen-Regel im Wege, dass der Titel eines Börsenneulings vor der Aufnahme in einen Index mindestens 20 Tage gehandelt sein muss. Zwar wurden hier bereits wie im Fall der Deutschen Telekom Ausnahmen gemacht, börsennahen Kreisen zufolge ist der Arbeitskreis diesmal jedoch nicht gewillt, eine "Lex Post" walten zu lassen. Insofern rechnen Kenner damit, dass die "Aktie Gelb" wohl erst zum nächsten Verkettungstermin im März aufsteigt. Die Entscheidung dazu könnte der Arbeitskreis auf seiner Februar-Sitzung.

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