Überprüfung der Werksstrukturen
Continental will in die Erfolgsspur zurück

Nicht einmal drei Monate Zeit hat sich Manfred Wennemer für die Kurskorrektur bei der Continental AG genommen, die wegen kostspieliger Ausbaupläne ins Schlingern geraten ist.

dpa HANNOVER. Der seit Mitte September amtierende Chef des Reifenherstellers aus Hannover wird seinem Ruf als Sanierer gerecht: Er schließt Standorte und will so den Konzern in die Erfolgsspur zurück führen. "Wir gehen davon aus, dass die Restrukturierungen uns über die beiden nächsten Jahre tragen", sagte der Conti-Vorstandsvorsitzende am Donnerstag in Frankfurt der dpa.

Wennemer packt die 70 Mill. ? (136,91 Mio DM) für die Schließung im österreichischen Traiskirchen auf die schon zurückgelegten 100 Mill. ? für die stillgelegten Fabriken im belgischen Herstal und in Bad Nauheim drauf. Dazu dürfte ein hoher zweistelliger Betrag für das bevorstehende Aus eines noch ungenannten europäischen Standorts kommen, den Branchenkreise im schwedischen Werk Gislaved vermuten. Mit diesen Sonderlasten von insgesamt sicher rund 200 Mill. ? nimmt Wennemer in Kauf, dass Conti erstmals seit zehn Jahren in die roten Zahlen abrutscht. Doch schon für 2002 verspricht er einen Gewinn von mindestens 200 Mill. ? - wie zuvor 2000.

Milliardenschwere Schuldenlast belastet

Neben den in den vergangenen Jahren durch neue kostengünstigere Fabriken in Osteuropa selbst aufgebauten Überkapazitäten gibt es für die jetzigen Einschnitte eine andere, ebenfalls hausgemachte Ursache: Milliardenschwer drücken die Schulden aus Zukäufen, die den traditionsreichen Reifenhersteller zum Systemspezialisten für die gesamte Auto-Fahrwerkskontrolle wandeln sollen. Diese vom jetzigen Aufsichtsratsvorsitzenden Hubertus von Grünberg entwickelte Vision kostete letztlich Wennemers Vorgänger Stephan Kessel den Job. Als der Konzern in eine Konjunkturflaute geriet und der Milliardenverkauf der Tochter Conti-Tech platzte, schob von Grünberg seinen Nachfolger ab und Conti-Tech-Chef Wennemer zum Aufräumen an die Konzernspitze.

Die deutschen Standorte sind dabei bislang verschont worden, doch Wennemer machte deutlich: "Die Überprüfung der Werksstrukturen bei Conti ist noch nicht abgeschlossen." Immerhin hat der Konzern schon mit den jetzt beschlossenen Schnitten sein Ziel erreicht, mindestens 50 % der Reifen in kostengünstigen Standorten vor allem in Osteuropa zu produzieren. Wennemer betonte, dass der Kapazitätsabbau nicht mit einem Abschied von weiterem Wachstum gleichzusetzen sei. Im kommenden Jahr würden zudem nicht nur operativ wieder schwarze Zahlen geschrieben, sondern 200 Mill. ? Gewinn geplant. Die Frage nach dem Grund für solchen Optimismus begründete er mit diesem Satz: "Wir waren in den letzten Jahren relativ gut mit unseren Planungen.

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